Russian Circles @ Bowery Ballroom

Russian Circles @ Bowery Ballroom 11/14

Meine Neuentdeckung des Jahres sind ja die großartigen „Russian Circles“ aus Chicago. Nachdem sie noch vor kurzem bei plattentests.de die „Platte der Woche“ abgeräumt hatten und ich daraufhin kurzentschlossen das Album bei Amazon.com-MP3 gekauft hatte, war ich ja eigentlich schon glücklich. Ich hatte auch gelesen, dass sie sich gerade auf US-Tour befinden, aber nicht den Gedankenschritt gemacht, dass „US-Tour“ bei so ungefähr jeder Rockformation, die etwas auf sich hält, natürlich bedeutet, auch in NYC abzusteigen – aber ich muss mich wohl noch ein bisschen an New York gewöhnen (nicht so einfach wenn man vorher 3 Jahre in Tübingen gewohnt hat). So hatte ich erst mal überhaupt nicht mit dem Gedanken gespielt, Russian Circles lives sehen zu können.

Mein Bruder hatte mich dann letztes Wochenende darauf aufmerksam gemacht, dass die besagte Drei-Mann Kombo am Montag darauf im Bowery Ballroom in der Lower East Side spielt. Also hab ich mich dann am besagten Tag kurzentschlossen aufgemacht, mir die auf Platte enorm klingende Band anzuschauen und zu -hören. Ich war gespannt, wie sie den gewaltigen Sound der Platte auf die Bühne bringen würden.

Ich wurde nicht enttäuscht. Ich bin immer noch erstaunt, wie es die nur drei Musiker schafften eine solche Wall of Sound aufzubauen. Aber die Jungs verstanden es geschickt mit wuchtigem Bassverzerrer, geloopten & geschichteten Gitarrensounds und einem selten so gesehen filigranen, aber donnerndem Schlagzeugspiel vielschichtige Songs zu malen, die das Kopfkino auf Breitwand stellten. Dabei unterstützte vor allem die dezente Bühnenbeleuchtung, die aus gerade einmal vier dimmbaren Glühbirnen bestand, die Performance: analog zu der Dynamik der Songs justierte der Lichttechniker die Beleuchtung von minimalem Glimmen zu strahlendem Leuchten, wenn sich die aufgebaute Spannung aus mehrfach geloopten Gitarrenpickings, sanften Bassakkorden und leise, aber treibendem Schlagzeugrhythmus in brachialen Soundwänden entlud. Wunderschön. Und der Drummer ist tatsächlich der beste, den ich seit langer, langer Zeit gesehen habe (Interview mit ihm gibt’s hier).

Unbedingte Hörempfehlung.

(Hörbeispiele + Schmankerl gibt’s nach Klick. Und nicht vergessen: Volume auf 12!)

Russian Circles – Schiphol:

Russian Circles – 309:

Und um den Nerdfaktor noch ein wenig zu erhöhen, hier die zweite (Wieder-)Entdeckung des Jahres: *shels‘ „Plains of the Purple Buffalo“. Postrock mit schweren Gitarren, Bläsern (!), Chor & ’nem Titel der direkt aus der „Unendlichen Geschichte“ stammt (kein Scherz. Atreyu & die Purpurbüffel, anyone?). Seriously, was will man mehr?

Hier zum reinhören:

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