Online-Dokumentation: The Reckoning – The Battle for the International Criminal Court

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Ich schreibe für meinen „International Organizations“-Kurs zur Zeit ein Paper zum Internationalen Strafgerichtshof (International Criminal Court, ICC). Bei Recherchen zu dem Thema bin ich über die Dokumentation „The Reckoning: The Battle for the International Criminal Court“ gestolpert, die es auf Vimeo (und jetzt hier) online zu sehen gibt. Beschreibung des Verleihers:

Late in the 20th century, in response to repeated mass atrocities around the world, more than 120 countries united to form the International Criminal Court (ICC)—the first permanent court created to prosecute perpetrators (no matter how powerful) of crimes against humanity, war crimes, and genocide. The Reckoning follows dynamic ICC Prosecutor Luis Moreno Ocampo and his team for 3 years across 4 continents as he issues arrest warrants for Lord’s Resistance Army leaders in Uganda, puts Congolese warlords on trial, shakes up the Colombian justice system, and charges Sudan’s President Omar al-Bashir with genocide in Darfur, challenging the UN Security Council to arrest him. Building cases against genocidal criminals presents huge challenges, and the Prosecutor has a mandate but no police force. At every turn, he must pressure the international community to muster political will for the cause. Like a deft thriller, The Reckoning keeps you on the edge of your seat, in this case with two riveting dramas—the prosecution of unspeakable crimes and the ICC’s fight for efficacy in its nascent years. As this tiny court in The Hague struggles to change the world and forge a new paradigm for justice, innocent victims suffer and wait. Will the Prosecutor succeed? Will the world ensure that justice prevails?

Hier sei die Antwort auf die letzten beiden Fragen vorweg genommen: der Film beantwortet sie nicht und kann sie auch nicht beantworten, da es (noch) keine Antwort auf diese Fragen gibt. Alle Verfahren des IStGHs laufen noch und ihr Ausgang ist offen.

Der Film konzentriert sich auf die Arbeit des IStGH in ersten Jahre nach dem Inkraftreten des Rom-Statuts im Juli 2002 und hier vor allem auf die Arbeit des Chefanklägers Luis Moreno-Ocampo (hier ein Interview mit ihm). Geschildert werden die Aktivitäten des Gerichtshofs in Norduganda, in der Demokratischen Republik Congo, in Darfur und in Kolumbien (wo es – anders als in den drei anderen Fällen – (noch?) nicht zu einer Anklage gekommen ist):

Auch wenn die Dokumentation einen guten Einblick in die Arbeitsweise des Gerichtshofs bietet, so werden notgedrungen ein paar Themen nur am Rande behandelt, wie beispielsweise die Opposition der Vereinigten Staaten zum Gerichtshof oder die intensive Debatte um die Anklage von Sudans Staatschef Omar Al-Bashir. Andererseits scheut der Film nicht davor zurück, das schwierige Thema „Frieden vs. Gerechtigkeit“ zu addressieren und zeigt am Beispiel Nordugandas eindrücklich den Kern der Problematik. Die Verknüpfung der Arbeit des Gerichtshofs mit Schicksalen vor Ort ist ebenfalls gut gelungen, auch wenn die Hintergründe der jeweiligen Konflikte nicht unbedingt bis ins letzte Detail ausgeleuchtet werden – was aber für den Zweck des Films ja auch nicht unbedingt notwendig ist.

Insgesamt ist es ein sehr sehenswerter Film, der mir dabei geholfen hat, bei dem ganzen Lesen von Büchern, Artikeln und Völkerrechtsverträgen den eigentlichen Zweck des ganzen Unternehmens des Internationalen Strafgerichtshofs nicht zu vergessen.

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