…be sure to wear some flowers in your hair… Monterey und San Francisco – Reisebericht

Blumen hatte ich keine im Haar, dafür Regen und Wind – und trotzdem ein gute Zeit! Hier ist also mein ausführlich bebilderter Reisebericht aus Monterey, San Francisco und jeder Menge Zugfahrt davor und danach. Der Artikel ist laaaang geworden, aber da das meiste Bilder sind, müsste er trotzdem noch einigermaßen lesbar sein. Fragen, Anregungen und wütende Beschimpfungen wie immer in die Kommentare.

Es gibt noch einen zweiten Beitrag, in dem ich noch ein paar Bilder mehr hochgeladen habe (konnte nicht alle hier unterbringen). Für alle, die in diesem Beitrag noch nicht genug GG Bridge gesehen haben: this is the place to go.

1. Tag: Mittwoch, 02.12.09

Den Zug morgens um 8 hätte ich beinahe verpasst. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte es so viel geschneit, dass der Weg von meiner Wohnung zur Straßenbahnhaltestelle zum ziemlichen Balanceakt wurde – zwei Rucksäcke und eisglatte Straßen sind keine gute Kombi – und ich somit die erste Straßenbahn verpasste. Die zweite bringt mich dann 10min vor Abfahrt zum Bahnhof und ich erreiche den „California Zephyr“ (so der schicke Name des Zuges – man muss zugeben, es klingt besser als „ICE Hannover“) schließlich doch noch, zwar verschwitzt und kaputt, aber zufrieden.

An dieser Stelle muss ich mal eine Lanze für Zugfahren in den USA brechen. Das macht hier eigentlich keiner (ich wurde ziemlich schief angeguckt, als ich erzählt habe ich fahre mit dem Zug), ist aber dementsprechend entspannend, da der Zug recht leer ist. Gleichzeitig führte meine Strecke durch stellenweise unglaublich schöne Landschaften. Gut, das Ganze hat den Nachteil von langer Fahrtzeit (33h) und im Winter auch mal zu relativ langen Verspätungen (s.u.), aber wer genug zu essen und zu lesen dabei hat, kann das schon überleben. Und für die arbeitswütigen gibt’s auch Steckdosen an den Plätzen, so dass auch der Laptop mit Strom versorgt ist.

Hier eine Karte der Route.

Die Zugfahrt führt zunächst durch die Rockies. Schnee, Schluchten und weite Ebenen wechseln sich ab.

Unser Zug folgt einem Fluss durch die Rockies

Ebene, Berge (Rockies) im Hintergrund

Weiter gehts nach dem Klick auf unten stehenden Link (musste das einbauen, die Startseite lädt sonst zu langsam)

2. Tag: Donnerstag, 03.12.09

Immer noch Zug. Schlafen im Zug ist ganz ok, mit genug Kissen + Schlafsack kann man sich’s schon recht gemütlich machen. Kaffee im Observation Car, aufgehende Sonne irgendwo in Nevada genießen:

Sonnenaufgang, irgendwo in Nevada

Und weiter geht’s. Wenn auch ziemlich langsam, zumindest manchmal. Die amerikanischen Züge sind nicht schnell, dafür lang, groß und schwer. Bald erreichen wir Kalifornien und damit die Sierra Nevada, großartige Aussicht.

Sierra Nevada

Schließlich kommen wir durch Sacramento, Kaliforniens Hauptstadt, der Lokführer scherzt Arnie persönlich würde zum Empfang der Passagiere zum Bahnhof kommen. Tut er aber nicht, was nicht weiter schlimm ist.🙂 Weiter gehts dann in Richtung Bay Area, von Norden kommend. Die Landschaft ist grün und hügelig und die immer häufiger anzutreffenden Palmen verraten, dass wir tatsächlich in Kalifornien angekommen sind.

Grünes Kalifornien

Schließlich das Meer, erste Schiffe und ein Blick über die Bucht.

Schiffe in der nördlichen Bay Area

Und dann sind wir auch schon da, nach 33h Fahrt: Emeryville und ein erster Blick auf eine im Nebel liegende Golden Gate Bridge. Ich habe keine Zeit mehr Fotos zu machen, denn jetzt heißt es ab mit dem Shuttle-Bus nach San Francisco, dort zur Caltrain Station, dann auf nach Palo Alto, wo ich Giorgio treffe, der dort auf einem Vortrag in Stanford war und mich von dort aus mit nach Monterey nimmt. Auf unserer Fahrt von Palo Alto nach Monterey gibt’s ein kurzes Abenteuer, als wir Tanken wollen (amerikanische Tankstellen sind eine Geschichte für sich), aber wir kommen gut an. Bier, Butterbrot und dann – Bett.

3. Tag: Freitag, 04.12.09

Giorgio nimmt mich mit zum Center of Nonproliferation Studies (CNS) des Monterey Institute for International Studies. Das CNS feiert an diesem Wochenende 20jähriges Jubiläum, was bedeutet, dass es jede Menge Vorträge, Podiumsdiskussion usw. rund um das Thema Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen und Abrüstung geht. An dieser Stelle ein paar Worte zum CNS. Das Center ist eine in erster Linie eine Graduate School, in der Studenten zu „Professionals“ rund um das Thema Abrüstung & Nichtverbreitung ausgebildet werden. Absolventen des CNS sind in der IAEA, der CTBTO und anderen Internationalen Organisationen und Ministerien anzutreffen. Hier ein kleines Video über die Rolle und das Selbstverständnis des CNS:

Die Vorträge und Panels sind gemischt, manche sehr interessant, manche inhaltlich gut aber rhetorisch unterirdisch. Ich habe dennoch einen interessanten Tag, abends quatsche ich bei einem Bierchen mit Giorgio.

4. Tag: Samstag, 05.12.09

Wir schlafen aus; dann geht’s zu Fuß am Meer entlang von Pacific Grove, dem Städtchen, wo Giorgio wohnt, nach Monterey. Die Monterey-Peninsula ist (zumindest im Winter) wunderbar verschlafen und versprüht kalifornische Entspanntheit aus jeder Ecke (kann man Entspanntheit versprühen? Ich glaube, Monterey kann es).

Pacific Grove

Auf unserem Spaziergang nach Monterey

In Monterey geht’s dann weiter mit dem Programm des CNS-Jubiläums. Ein Theaterstück ist angesagt, das die Rüstungskontrollverhandlungen zwischen Reagan und Gorbatschow in Reykjavik 1986 zum Thema hat. Hört sich furchtbar langweilig an, war aber tatsächlich ganz interessant. Hier eine Inhaltszusammenfassung der CNS-Webseite:

Monterey Peninsula actors presented a passionate reading of Reykjavik, a new play by Pulitzer-prize winning author Richard Rhodes. Reykjavik is a two-act play by Richard Rhodes based on the historic summit meeting between Ronald Reagan and Mikhail Gorbachev held at Reykjavik, Iceland, in October 1986. The two leaders came as close at that meeting as any world leaders have yet done to agreeing to pursue the elimination of nuclear weapons. Reykjavik explores their arguments for doing so, and the reasons they were unable ultimately to agree. It’s a history play in the tradition of A Walk in the Woods, Copenhagen and the recent Frost-Nixon, with a limited set of characters and maximum fidelity to the facts. The dialogue and action are based on the original transcripts, both Soviet and U.S., of the proceedings. The characters include Reagan, Gorbachev, George Shultz, Eduard Shevardnadze, Raisa Gorbacheva, Richard Perle and the ghost of Robert Oppenheimer.

Ich lasse den Abend mit Fernsehen und Bier ausklingen. (Jaja, schon wieder Bier, aber Giorgio hatte da ein ganz gutes entdeckt…)

5. Tag: Sonntag, 06.12.09

Während Giorgio an seiner Diss werkelt, spaziere ich noch einmal die Strecke von Pacific Grove nach Monterey. Dabei bewundere ich die schnuckeligen Häuschen, die es dort überall gibt und konzentriere mich aufs Bilder machen.

Gemütliches Häuschen in Monterey

Der Weg zum Meer…

Nein, ich hab nicht angehalten

In Monterey geht’s dann in das berühmte Monterey Bay Aquarium, das zwar horrend teuer ist (fast 30 Dollar Eintritt!!!), aber seinen Preis durchaus Wert ist. Riesengroße Aquarien, Fischschwärme, allerlei seltsames Meeresgetier und jede Menge interaktiver Möglichkeiten lassen jedes Kinderherz höher schlagen – und haben auch mich begeistert. Bilder sind angesichts der dunklen Lichtverhältnisse nur schwer zu machen, hier trotzdem ein paar Versuche.

Fischschwarm

Jede Menge Quallen

Meterhohe Aquarien

Dann geht’s weiter nach Monterey, immer entlang der Cannery Row, die durch den gleichnamigen Roman von John Steinbeck anscheinend weltberühmt ist. Ich kannte weder Autor noch den Roman, aber mein Reiseführer (und Giorgio) hat mich aufgeklärt und jetzt muss ich das irgendwann mal lesen.

Cannery Row

In Monterey gibt’s dann was zu essen und ein Kaffee, dann zu Giorgio ins Büro und ich stöbere im Internet und bringe mich aufs Laufende, was in der Welt so passiert. Zum Abschied mache ich noch ein paar Fotos vom CNS – denn auch wenn sich die Absolventen und das Image des CNS durchaus sehen lassen können, kann die Inneneinrichtung da nicht ganz mithalten. Giorgio ist als Gastwissenschaftler in einem fensterlosen Büro untergebracht, das man nur durch ein weiteres fensterloses Büro erreichen kann.🙂 Immerhin gibt’s martialische chinesische Propaganda-Poster zum Ablenken.

Giorgios fensterloses Büro

Chinesisches Propaganda-Poster (Wer’s mir übersetzt, bekommt nen Bonuspunkt!)

Abends wird gepackt, denn am nächsten Tag geht’s wieder hoch nach San Francisco

6. Tag: Montag, 07.12.09

Mit dem Bus geht es zuerst nach San Jose, von dort aus mit dem Zug weiter nach San Francisco. Dort angekommen steige ich in einen Bus, der mich in die Innenstadt bringt. Man merkt sofort, dass man sich in einer Stadt mit ca. 30% asiatischen Einwohnern befindet, denn die Busdurchsagen sind in Englisch, Chinesisch und Spanisch. Finde ich gut.

Ich mache an diesem Tag nicht mehr viel außer einem kurzen Ausflug in die nähere Umgebung meines Hostels um etwas zu essen, da ich recht spät angekommen bin und das Wetter nicht so prickelnd ist.

7. Tag: Dienstag, 08.12.09

Ich folge der Stadtrundgangsempfehlung meines Reiseführers und bin bald in Chinatown angelangt. Man tut sich schwer Schilder und Beschriftungen in Englisch zu finden und außer Touristen (wie ich), die eifrig Fotos knipsen sind auch kaum Weiße zu sehen.

„Eingang“ zu Chinatown

Besonders in kleinen Seitengässchen bekommt man das Gefühl nicht los, sich ein paar tausend Kilometer östlich zu befinden.

Seitengasse in Chinatown

Buntes Haus in Chinatown

Der Stadtrundgang führt mich schließlich raus aus Chinatown und hinein nach „North Beach“, das italienische Stadtviertel; es sprießen Pizzerien und italienische Cafés aus dem Boden. Allerdings ist das Gefühl, sich tatsächlich in einem anderen Land zu befinden bei weitem nicht so ausgeprägt wie in Chinatown. In North Beach finde ich dann auch den „City Lights Bookstore“, einen wunderbar gemütlichen, alternativen Buchladen, in dem ich dann auch ein gutes Weilchen stöbere.

City Lights Bookstore

Ein sehr kluges Schild im City Lights Bookstore

Genau. Kein Stuhl, kein Tisch, kein Regal, sondern die Tür

Weiter geht’s auf meinem Stadtrundgang. Unterwegs bemerke ich, dass San Francisco durchaus kluge Einwohner hat (nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte):

Autoaufkleber, irgendwo in San Francisco

Ich gelange schließlich zum „Coit Tower“. Das ist ein Turm auf einem der 42 Hügel San Franciscos, von dem man angeblich einen wunderbaren Ausblick über Downtown SF und die SF Bay hat. Für 5 Dollar geht’s mit dem Aufzug nach oben und tatsächlich, der Ausblick ist grandios.

Blick vom Hügel des Coit Towers auf Downtown

San Francisco Skyline

Downtown SF mit GG Bridge im Hintergrund

Schließlich zieht es mich zum Meer und damit schlussendlich auch zur Golden Gate Bridge. Auch wenn ich eigentlich nicht geplant hatte, gleich am ersten Tag zu der roten Brücke zu wandern, so zieht es mich doch irgendwie dort hin. Und ehe ich mich versehe bin ich nach einem kurzen Mittagessen auf dem Weg zur GG Bridge, immer am Hafen entlang. Der Weg ist lang, sehr lang sogar und wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich wahrscheinlich doch mit dem Bus gefahren. Aber zu Fuß erlebt man von der Stadt eben auch mehr, als mit dem Bus.

Auf dem Weg zur GG Bridge: Alcatraz

Auf dem Weg zur GG Bridge: Alcatraz

Auf dem Weg zur GG Bridge: Fort Mason, ein ehemaliger Militärstützpunkt

Und da ist sie dann, zum ersten Mal von etwas näher:

Golden Gate Bridge

Zu diesem Zeitpunkt bin ich allerdings vom vielen Laufen ziemlich müde und setze mich in eines der zahlreichen gemütlichen Cafés San Francisco, genieße den Blick auf die Brücke und einen Kaffee und widme mich der Lektüre des neuen Stephen King-Romans. Gegen späten Nachmittag wird das Wetter dann besser, ich packe mein Buch ein und gehe die letzten 1,5 Meilen zur Brücke.

Weiter auf dem Weg zur GG Bridge

Ich komme der Sache näher

Bin fast da…

Highway 101 & Highway 1 teilen sich die GG Bridge

Und das ist as close as it gets für diesen Tag. Irgendwie will ich nicht weiter und außerdem bin ich auf der Suche nach einer Bushaltestelle und einem Bus der mich zurück in die Stadt bringt, vor allem da es langsam dunkel wird. Den Bus finde ich schließlich auch, aber nicht bevor ich mich etwas verlaufe und dadurch ungewollt noch in den Genuss eines schönen Sonnenuntergangs über dem Pazifik komme.

Sonnenuntergang über dem Pazifik

Ich komme abends ins Hostel, esse noch einen Happen und falle todmüde ins Bett.

8. Tag: Mittwoch, 09.12.09

Das Cartoon Art Museum steht auf dem Programm! Als großer Cartoon-Fan hab ich das natürlich sofort auf meine Agenda gesetzt, nachdem ich von der Existenz des Museums durch meinen Reiseführer erfahren habe. Bilder durfte ich leider keine machen, das Museum ist aber durchweg großartig, auch wenn es etwas klein ist und man ein Tick zu schnell durch ist. Dafür gibt’s aber Studentenrabatte…🙂

Am Nachmittag will ich dann in das Museum of Modern Art, welches aber Mittwochs geschlossen hat. Das ist nicht weiter schlimm, da das Wetter eigentlich eh zu gut ist, um es im Museum zu verbringen. Daher schlendere ich durch die Stadt, bewundere die Graffitis und mache mich auf zum United Nations Plaza, den ich als Politikstudent natürlich nicht verpassen darf.

Graffiti in San Francisco

United Nations Plaza

City Hall, direkt neben dem United Nations Plaza

Noch ein Graffiti

Anschließend mache ich mich auf zum „Golden Gate Park“, dem Stadtpark. Der Park ist wunderschön, viel grün, viel Wasser, viel Entspanntheit.

See mit asiatischer Pagode im Golden Gate Park

Allerdings verlaufe ich mich nach einer Weile heillos, da ich keine vernünftige Karte des Parks besitze und es im ganzen Park irgendwie nur zwei (oder so) Übersichtskarten für Besucher gibt. Ich habe zwar eine Karte aus dem Hostel, die ist allerdings mehr für Busse und die Karte meines Reiseführers endet kurz hinter der Parkgrenze. Mist. Irgendwann komme ich in den Botanischen Garten, der Teil des Parks ist, doch dort verlaufe ich mich nur noch mehr. Nach ca. zwei Stunden finde ich dann den Ausgang (an einer komplett anderen Stelle als vermutet) und hüpfe in einen Bus zurück in die Innenstadt. Dort erhole ich mich von meinen Irrwegen im Park erst einmal in einem Café, das sich direkt in einem der größeren Buchläden befindet. Kaffee+Bücher bringen dann die erhoffte Entspannung und ich kehre zurück ins Hostel.

9. Tag: Donnerstag, 10.12.09

Eigentlich mein letzter Tag in SF, da ich Freitagmorgens schon abfahren wollte. Da ich aber am Abend vorher herausgefunden hatte, dass Zugtickets Freitags fast doppelt so teuer sind wie sonst, entscheide ich mich, erst am Sonntag zu fahren und das zusätzliche Geld lieber in Hostelnächte zu investieren.

Nun kommt das MoMA an die Reihe und ich stürze mich in die Wirren abstrakter Kunst und japanischer Fotografie. Ich muss ja ganz ehrlich zugeben, dass ich mit so abstrakter Kunst manchmal wenig anfangen kann. Da ist z.B. dieses Bild hier:

Graues Bild

Das ist ernsthaft zwei Quadratmeter graue Fläche! Was, bitte, soll das bedeuten oder darstellen? Die Künstlerbeschreibungen am Rand sind leider meist ebenfalls keine große Hilfe… Naja, dafür gibt’s aber auch ein paar bessere Ausstellungsstücke. Zum Beispiel eine wunderbare Ausstellung über japanische Fotografie nach dem zweiten Weltkrieg. Die ist ziemlich großartig, vor allem da ich sowieso auf gut gemachte Fotografie stehe. Davon durfte man leider keine Bilder machen, aber hier kann man auf der MoMA Webseite etwas stöbern.

Aber auch die abstrakte Kunst ist nicht immer nur graue Fläche. Nein, es gibt auch zum Beispiel… bunte Flächen!

Buntes Bild

Auch wenn mir hier ebenfalls der tiefere Sinn verborgen bleibt, sind die Farben doch recht schön. Nettes Bild.

Ein weiteres Highlight – neben der japanischen Fotografie – ist die Ausstellung von Candice Breitz. Beschreibung von der MoMA Webseite:

Imagine 25 of the most ardent John Lennon fans simultaneously singing along to his first solo album, John Lennon/Plastic Ono Band (1970), from beginning to end. Artist Candice Breitz gathered such a group, selecting Lennon devotees from around the world to individually pay tribute to their idol. Displayed on 25 screens, the resulting video installation, Working Class Hero (A Portrait of John Lennon) (2006), synchronizes the fans‘ performances in off-kilter harmony. The impassioned chorus sings for 39 minutes and 55 seconds (the exact length of the album). On view in an adjacent gallery is Mother (2005), another exploration of pop culture icons. For this video piece, Breitz edited film performances by Faye Dunaway, Diane Keaton, Shirley MacLaine, Julia Roberts, Susan Sarandon, and Meryl Streep to create a revealing composite of the Hollywood cliché of the difficult mother.

25 Leute, die John Lennon Songs singen und das Ganze gleichzeitig und a capella? What? Ja, genau das ist so abgefahren, wie sich’s anhört und sieht ungefähr so aus (Foto von der MoMA Webseite):

Die Köpfe sind auf 25 hochkant gestellten Fernsehern dargestellt, die nebeneinander montiert sind und alle synchron ein Video des jeweiligen Song abspielen. Pretty crazy, aber ich finde es super.

Letzter Höhepunkt ist dann der 5 Stock auf dem es Skulpturen zu sehen gibt. Und da wir hier von abstrakter Kunst sprechen, gibt es solche Dinge wie…

Sanduhr aus Gehirnen (ja, Gehirne)

Flowerpowerwandbild

Giant Spider Skulptur

Ja, da hab ich jetzt kein Namen für…

Und vieles mehr. Auf jeden Fall sehr lohnender Besuch und für 9 Dollar Studentendiscounteintritt kann man sich sicherlich nicht beklagen!

Nachmittag ist dann wieder mehr oder weniger Chillen angesagt, da das Wetter mal so gar keine Lust hatte bisschen Kalifornisches Feeling rüberzubringen.

Gegen Abend treffe ich mich dann mit Shane, einem Kommilitonen aus Denver, der zufälligerweise in San Francisco lebt und wir ziehen auf der Suche nach Drinks durch die Innenstadt. Anschließend gehen wir in dem kleinen aber überaus feinen „House of Nanking“ in Chinatown Abendessen.

10. Tag: Freitag, 11.12.09

Das Wetter ist immer noch eher englisch als kalifornisch und so beschließe ich, das Museum of African Diaspora zu besuchen. Dieses hatte ich zwei Tage zuvor auf dem Weg zum Cartoon Art Museum entdeckt, und beschlossen mir für später aufzuheben, falls Zeit bliebe. Jetzt ist später und Zeit ist auch.

Das Museum behandelt Afrikanische Geschichte und schwarze Freiheitsbewegungen, afrikanische Lebensstile sowie afrikanische Kunst. Insgesamt ist das Museum durchaus interessant, aber ich hätte mir einfach viel viel mehr gewünscht. Es sind durchaus interessante und interaktive Ausstellungsstücke dabei, auch ein Kino mit drei Kurzfilmen u.a. zu Nelson Mandela. Aber das Museum ist auf zwei eher kleinen Stockwerken untergebracht und meiner Meinung nach hätte die Thematik einiges mehr an Raum verdient, als sie es dort bekommt.

Ich will damit nicht sagen, dass das Museum schlecht ist. Es ist nur einfach etwas zu wenig an Ausstellungsmaterial vorhanden und man ist zu schnell durch. Aber auch hier gibts einen Studentenrabatt, so dass man sich zumindest nicht in Unkosten stürzt. Und interessant ist das, was da ist, allemal.

Am Nachmittag/Abend bin ich dann bei Shane, mit dem ich am Tag vorher in der Stadt unterwegs war, zum traditionellen Abendessen anlässlich des Hanukkah-Fests eingeladen. Wir haben ein extrem gutes Abendessen, interessante Diskussionen und das ein oder andere Gläschen Wein.🙂

11. Tag: Samstag, 12.12.09

Tatsächlich mein letzter Tag in San Francisco. Deshalb beschließe ich, nach den eher ruhigeren Tagen zuvor, mich noch mal in die Stadt zu stürzen. Eigentlich war der Plan, Alcatraz zu besuchen – allerdings hatte ich Probleme mit meiner Kreditkarte beim Buchen und als ich dann morgens auf die Straße gehe, sehe ich, dass das Wetter sowieso nicht mitgespielt hätte. Ich fliehe vor dem Regen in eine Mall, nur um im amerikanischen Vorweihnachtsshoppingwahnsinn anzukommen. Dabei entdecke ich so großartige Dinge wie das folgende, 25 000 Dollar teure, selbst spielende Piano. Wenn das mal keine tolle Erfindung ist, weiß ich auch nicht:

Wunderbar. Dazu gibt’s noch einen falschen Feueralarm, der die ganze Mall dazu veranlasst, hektisch das Gebäude zu verlassen. Die ganze Mall? Nein, eine kleine Meute unerschrockener Shoppingsoldaten gibt auch bei einem Feueralarm nicht auf und feilscht weiter mit dem Handyverkäufer über die neuesten Geräte.

Ich folge der fliehenden Menge (die allerdings nicht sehr in Panik ist, und schön gemütlich 5 Rolltreppen zum Ausgang fährt), bleibe aber irgendwann stehen und warte bis die Entwarnung kommt. Danach verlasse ich das Gebäude, was plötzlich viel leichter ist…🙂

Das Wetter ist inzwischen auch besser geworden und so beschließe ich, noch einmal zur Golden Gate Bridge zu fahren und sie zu Fuß zu überqueren. Gesagt, getan, ich hüpfe in einen Bus, der mich zum Fuß der Brücke bringt. Allerdings ist das Wetter mal wieder anderer Meinung als ich:

GG Bridge im Regen & Nebel

GG Bridge im Nebel

Daher fliehe ich einmal mehr vor dem Regen in ein nahe gelegenes Café, widme mich meiner Urlaubslektüre und warte, dass das Wetter besser wird. Schließlich werde ich belohnt. Gegen späten Nachmittag klart es auf und ich mache mich auf zur Überquerung der Golden Gate Bridge…

Am Beginn der Brücke

Auf der GG Bridge

Ohne Worte

Auf der GG Bridge 2

Der Blick auf die Stadt von der Brücke

Schließlich wird es dunkel, ich kehre um, mache noch ein letztes Foto von der Brücke in der Abenddämmerung und steige in den Bus.

GG Bridge in der Abenddämmerung

Ein schöner Abschluss einer wunderbaren Woche in San Francisco, wie ich finde. Zurück im Hostel packe ich meinen Krempel und lasse den Abend im Hostel-eigenen Fernsehraum ausklingen.

12. Tag: Sonntag, 13.12.09

San Francisco verabschiedet mich mit dem Wetter, mit dem ich es in der letzten Woche kennen gelernt habe: Regen. Der leichte Sprühregen hört aber bald auf und macht einer Morgensonne platz, die es mir erlaubt noch ein paar letzte, nette Bilder von San Francisco zu schießen.

Sonntagmorgen in San Francisco

Sonntagmorgen in San Francisco 2

Dann bin auch schon an der Bushaltestelle, setze mich in den Amtrakbus (ja, es gibt keine direkte Zugverbindung nach Osten von SF aus), der mich über die Bay Bridge nach Emeryville zur Amtrak Station bringt. Kurze Wartezeit und ich sitze wieder im California Zephyr, diesmal Richtung Osten. Und wieder gibt es großartige Landschaften zu sehen – allerdings zunächst einmal tief verschneite. In der Sierra Nevada liegt so viel Schnee, dass unser Zug auf die Räumarbeiten warten muss, was schließlich zu einer mehr als vierstündigen Verspätung führt. In Deutschland wären da die meisten Reisenden schon längst Amok gelaufen, aber hier in Amerika bleiben alle gelassen und gehen einfach noch einen Kaffee im Observation Car trinken.

Schließlich kommen wir los und auch die Landschaft wird allmählich weniger verschneit…

Schnee in der Sierra Nevada. Nichts geht mehr.

Schnee und Gebirge

Weiß soweit das Auge reicht

Der eisige Colorado River

Der eisige Colorado River 2

13. Tag: Montag, 14.12.09

Ich bin immer noch im Zug und werde es auch noch eine ganze Weile sein. Gottseidank habe ich ein paar nette Leute im Zug kennen gelernt und der Tag vergeht schneller, wenn man sich etwas unterhalten kann. Unsere Verspätung summiert sich auf vier volle Stunden und anstatt um 7.30 komme ich abends um 11.30 in Denver, Union Station an. Dort hechte ich zur Light Rail, die zu dieser späten Stunde nur noch unregelmäßig fährt. Aber sie fährt und so komme ich gegen 12 Uhr abends – nach einem kleinen Abstecher zum Jerusalem’s (der hiesigen „Dönerbude“, die vornehm „Middle Eastern Food“ heißt und auch besser ist als der Durchschnittsdöner) – glücklich und zufrieden, vollbepackt mit zwei Rucksäcken und jeder Menge guter Erinnerungen in meiner Wohnung in Denver an.

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An dieser Stelle muss ich noch einmal ein Dankeschön an Giorgio raushauen, der mich über das erste Wochenende in Monterey höchst gastfreundlich aufgenommen hat, mir Monterey gezeigt hat und immer ein kaltes Bier im Kühlschrank hatte!🙂 Danke!

5 thoughts on “…be sure to wear some flowers in your hair… Monterey und San Francisco – Reisebericht

  1. Jop! Ich bin einverstanden. Du bist ein sehr guter Fotograph Felix. Ich mag vor allem die Häusern, die du fotografiert hast. Und du schreibt auch wunderbar!

  2. Danke Francois und Gerrit! Ich hoffe bei euch in Tübingen bzw. in Heidelberg ist soweit alles ok und ihr habt ne gechillte Vorweihnachtszeit!

    Was die Fotos angeht – ja, paar sind ganz ok, aber ich hatte auch einen Haufen Crap zum aussortieren. Ich brauche definitiv mal nen Fotokurs. Es ist einfach zu frustrierend, wenn man n gutes Motiv sieht, aber keinen Plan hat das auf n Bild zu bringen. Kann so nicht weitergehen.

    Jo & Saschi, meine lieben Fotofreunde: falls ihr das hier lest – ich melde mich hiermit offiziell für nen Fotocrashkurs an, sobald ich wieder in D bin. Und ne vernünftige Kamera brauch ich auch mal irgendwann. Kann mich ja nicht immer mit geliehenen rumschlagen, gell Jo?😉

  3. Wie, du kennst John Steinbeck nicht? Hab ihr in Englisch etwa nie DAS Landstreicherbuch „Of Mice and Men“ gelesen?:)
    Großartige Bilder, wirklich, du hast echt nen Blick für gute Motive. Besonders diese leere Straßenschlucht mit der Taube-toll. Schöne Weihnachten wünsch ich dir:)

  4. Ah „Of Mice and Men“ hab ich schon mal gehört… aber nicht gelesen.🙂 In Englisch sind wir damals von „Moon Palace“ direkt zu Hamlet… oder so.😀

    Dir auch schöne Weihnachten!

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