US vs. German Classes


Some thoughts on why US Graduate classes are better than German ones:

  • Jeder liest die Texte. Wenn ich $11 000 pro Quarter (drei Quarter im Jahr, ca. $35 000 im Jahr mit fees und so) bezahlen müsste (das sind ca. $3500 pro Kurs, bei drei Kursen pro Quarter), würd ich mir auch dreimal überlegen, NIX zu machen…
  • Unendlich viel zu lesen. Wenn ich als Prof davon ausgehen kann, dass meine Studenten tatsächlich motiviert sind, die Pflichtliteratur zu lesen, kann ich auch gleich ranklotzen. Und das machen sie dann auch. Könnte von manchen auch als Nachteil interpretiert werden, aber da ich gerne und viel lese ist es hier als Vorteil aufgeführt.
  • Gute Grundlage für Seminardiskussionen auf Grund der beiden oben genannten Punkte. Natürlich, wenn man informierte Studenten hat, die viel gelesen haben, gibts ne ganz andere Basis für Diskussionen.
  • Es werden Klassiker gelesen. Man glaubt es kaum, aber ich hab zum ersten Mal in meinem Politikstudium Waltz im Original gelesen (wenn auch nur nen Auszug). Ok, vielleicht hab ich auch nur die falschen Kurse in Deutschland belegt, but, I’m just saying. Das ist halt so n Punkt: Wenn ich weiß, dass meine Studenten die Sachen lesen, kann ich’s auch aufgeben, zur Not auch ganze Bücher. Klar, manchmal muss man sich durchquälen, aber es ist immer noch erstaunlich, wieviel so ein Klassiker immer noch zu sagen hat (ich will jetzt nicht behaupten, dass ich mich in den fünf Wochen Uni bisher durch die ganze politische/ökonomische Ideengeschichte gekämpft habe. Aber allein die paar Brocken an Klassikern, die es bisher zu lesen gab, machen Lust auf mehr).
  • Komplett andere Perspektive auf (internationale) Politik, als in Deutschland. Es ist unglaublich interessant zu beobachten wie der kulturelle Blick auf internationale Politik hier ist. Das ist ziemlich schwer zu beschreiben, aber die Diskussionen über U.S. Foreign Policy sind komplett anders, als sie in Deutschland geführt werden würden. Ich kann das grad noch nicht so 100%ig an konkreten Beispielen festmachen, aber es ist so… (das ist halt was, was man an deutschen Unis schwer simulieren kann – und wahrscheinlich auch nicht sollte. Bleibt nur zu hoffen, dass es für internationale Studierende an dt. Unis ebenfalls so interessant ist, wie für mich hier. *g*)
  • Die Profs sind interessierter an der Lehre. Sollten sie auch besser, denn ihre Studenten bezahlen schließlich ein Schw****geld dafür, s.o. Dennoch ist das Professoren-Studenten-Verhältnis viel kollegialer/auf gleicher Augenhöhe als in Deutschland und das muss man nicht unbedingt aufs Geld schieben, denn ich habe in Deutschland auch Gegenbeispiele zu meiner obigen Generalisierung getroffen. Ist also wohl mehr ein kulturelles Ding, das die Deutschen schleunigst abschaffen sollten.

Some thoughts on why it is still not so bad to have German classes every now and then:

  • Seriously, $3500 pro Kurs? Da klingen plötzlich 500 Euro pro Semester human und ich finde das schon zuviel. Es gibt mit Sicherheit andere Anreize für Studenten mitzuarbeiten, als reine monetäre Ansätze. Und unterm Strich ist das mit dem Lesen hier in den USA wahrscheinlich auch gar nicht mal sooo sehr auf den monetären Anreiz zurückzuführen, sondern auch mehr auf eine andere Einstellung. Die Frage ist natürlich woher diese Einstellung kommt und da könnte es natürlich sein, dass diese Leistungsbereitschaft der ökonomische Kultur hier geschuldet ist (vorsicht, wilde Spekulation hier!).
  • Es gibt auch Kurse in D, die die obigen Kriterien erfüllen bzw. alles ist relativ. Ich wollte nur ein bisschen übertreiben und meine Zeit hier rechtfertigen…😉 Nein, im Ernst. Klar gibts auch in D gute Kurse, wahrscheinlich auch bessere als hier (ich schreib am Ende noch mal ne Bilanz). Und natürlich gibts auch hier langweilige Veranstaltungen. Und außerdem hab ich noch viel zu wenig Kurse hier besucht, geschweige denn abgeschlossen, als dass ich so umfassende Liste wie diese hier überhaupt schreiben sollte🙂 Habs trotzdem gemacht…
  • Deadlines. Ok, ich hab da zwei komplett unterschiedliche Erfahrungen gemacht, was Unis und Deadlines angeht (Mannheim und Tübingen sind Welten). Die Tatsache, dass ich noch zwei Hausarbeiten für TÜ schreiben muss, sagt schon alles. Hier ist ALLES innerhalb des Quarters zu erledigen. Das hat Vorteile, aber auch ziemlich stressige, zeitintensive Nachteile. Ich fahre momentan mit der Prokrastinations-Variante besser. Fragt mich aber nochmal in nem Jahr oder so, wenn ich die blöden Hausarbeiten tatsächlich schreiben muss…

So, das war sie, meine kleine Übersicht über meine Eindrücke von US Uni-Kursen vs. deutsche Veranstaltungen. Wie gesagt, wahrscheinlich noch viel zu früh um so was überhaupt gesichert feststellen zu können. Aber der erste Eindruck zählt bekanntlich. Thoughts? => Comments!

2 thoughts on “US vs. German Classes

  1. interessante Gedanken…… ich lerne ja gerade auch ein paar Sachen zur Psychologie/Pädagogik/Didaktik usw. Und der Tenor in Bezug auf Motivation ist hier: Die extrinsische Motivation in intrinsische wandeln. Ist offenbar am nachhaltigsten (gibts davon den Superlativ?). Und ob es sich wie bei dir beschrieben um rein intrinsische Motivation handelt, möchte ich doch stark bezweifeln. Wobei es bestimmt auch schwer ist, so etwas festzustellen, wenn eben die Mentalität schon eine ganz andere ist. Vielleicht haben die das wirklich so verinnerlicht, dass sie die Unsummen eben zahlen und sich nicht mal nur deswegen anstrengen.

    Am Rande aufgefallen: drei Quarter ergibt doch keinen Sinn, am Ende davon ist ja erst September;)

  2. Hm, ist wirklich nicht so einfach das Motivation. Warum studieren wir überhaupt? Und arbeiten nicht schon längst? (argh, den Gedanken lieber nicht zu weit führen sonst wird man depressiv)

    Das mit den Quartern ist so:

    Du hast recht, drei Quarter macht wirklich kein Sinn wenn man bedenkt das ein Quarter ein Viertel ist und 3/4 eben kein ganzes Jahr ergeben. Ok du bist Mathematiker, dir muss ich das ja nicht erklären, habs eher für mich nochmal aufgeschrieben😀

    Ok, this is how it works: Das akademische Jahr beginnt mit dem Fall Quarter von September bis November, dann gehts weiter mit dem Winter Quarter von Januar bis März. Danach kommt das Spring Quarter von April bis Juni. Und im Sommer gibts wohl ein Summer Quarter, das aber keiner macht sondern sich frei nimmt, Praktika macht etc. Also drei „richtige“ Quarter und ein Pseudo. Macht das Sinn?

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