Terry Pratchett – Original und Übersetzung II.

Bin nun mit der Lektüre des zweiten Pratchett Romans auf Englisch durch. Auch wenn ich eigentlich meinte, dass ich eines der alten Bücher lesen, wollte, damit ich den direkten Vergleich wagen kann, so hab mich nun doch entschieden eines zu lesen, was ich noch nicht kannte: „Thud!“, zu Deutsch: „Klonk!“. Deshalb bleibt mir für meinen Vergleich Übersetzung-Original wieder nur die Online-Leseprobe, die Random House auf seiner Internetseite anbietet.

Was soll ich sagen? Zuerst einmal: Das Buch ist gut. Was keine Überraschung ist, denn richtig schlechte Pratchett-Bücher sind rar. Ich mochte die Wachen-Geschichten schon immer sehr gerne, auch wenn man sagen muss, dass die früheren Wachen-Geschichten tw. etwas mehr Humor, im Sinne von Nonsense & Slapstick hatten. Hier ist der Humor eher als story-förderndes Stilmittel vorhanden, jedoch kein Selbstzweck. Hier muss man dazusagen, dass der Humor bei Pratchett m.E. nie Selbstzweck war, sondern immer Mittel um eine Geschichte zu erzählen – nur manchmal eben mehr (wie z.B. auch bei „Wintersmith“), manchmal weniger.

In „Thud!“ steht daher definitiv die Geschichte an sich im Vordergrund, was jedoch dem Buch nicht schadet, ganz im Gegenteil. Denn die Geschichte um Zwerge & Trolle, die sich im Vorfeld eines sich jährenden alten Konflikts fast (oder manchmal auch direkter) die Köpfe einschlagen ist durchweg spannend geraten. Gegen Ende versucht sich Pratchett sogar am Grusel-Genre, was ihm vergleichsweise gut gelingt. Weiterhin kann das Buch, auch als treffende Metapher auf Rassenintoleranz & das Umgehen mit derselben gelesen werden (was auch schon auf dem Klappentext angedeutet wird).

Nun zur Übersetzung: Hier kann ich eigentlich nichts beanstanden, was wohl auch daher rührt, dass die Dialekte, die vorkommen, von Andreas Brandhorst einigermaßen passend übersetzt werden. Einige Wortspiele sind zwar der Übersetzung wieder zum Opfer gefallen, aber hier muss man wohl einfach ein Auge zudrücken und auf die ansonsten saubere Übersetzung verweisen. Kleines Beispiel:

Original:

Common sense told them this was true. It was as plain as the nose on your face, and especially the one on Nobby’s face.

Wird in der Übersetzung zu:

Der gesunde Menschenverstand sagte ihnen, dass das stimmte. Es war klar wie Kloßbrühe.

Dies ist aber auch das einzige Beispiel was ich gefunden habe – und welches ehrlich gesagt nicht wirklich ins Gewicht fällt. Es bleibt allerdings anzumerken, dass ich nicht das ganze Buch auf Deutsch gelesen habe, sondern nur den – zugegeben kurzen – Auszug der Random House Homepage. Vielleicht hat ja jemand beide Ausgaben vollständig gelesen, oder kann evtl. andere problematische Stelle an Hand einer der Ausgaben aufzeigen.

Eine Anmerkung bleibt: Ich hatte bei dem Buch mit meinem Englisch mehr Probleme, als bei „Wintersmith“. Vielleicht lag das etwas an der komplexeren Story oder an dem „facettenreichen“ Leben Ankh-Morporks, das der Autor mit vielen Adjektiven schön und farbig beschreibt. War jedoch nicht weiter schlimm – verstanden hab ich’s trotzdem und somit nebenbei auch noch ein bisschen besser Englisch gelernt…

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