Finanzpolitik – Eine Definition von Terry Pratchett

Die EZB und die amerikanische Federal Reserve haben vor ein paar Wochen Milliarden von Dollar / Euros in das Weltfinanzsystem gepumpt um es zu stabilisieren. Ich habe mich immer gefragt, wie das funktioniert haben soll, da ich in Wirtschaftsangelegenheiten eine ziemliche Niete bin. Nun hat der von mir geschätzte Autor Terry Pratchett einem seiner aktuellen Romane eine quasi-Definition geliefert, mit der ich wohl erst mal über die Runden kommen sollte:

Sie hatten Ankh-Morpork (ersetze wahlweise „Ankh-Morpork“ durch „die Welt“, Anm. von mir) mit Gold gerettet, und viel leichter als irgendein Held mit Stahl. Aber eigentlich war es gar kein Gold gewesen, nicht einmal das Versprechen von Gold, sondern eher die Vorstellung von Gold, der zauberhafte Traum davon, dass Gold da ist, am Ende des Regenbogens, und dass es auch weiterhin da sein wird, vorausgesetzt natürlich, man geht nicht hin und sieht nach.
Dieses Phänomen ist als Finanzen bekannt.
(Terry Pratchett 2007: Ab die Post, S.440. München: Goldmann)

Ganz treffend, oder? Falls mir aber jemand das Ganze mit der Finanzkrise noch besser erklären kann (und derjenige sollte wirklich gut sein…:) ), dann bitte ich um ein paar aussagekräftige Kommentare und/oder Links. Denn zeitweise hab ich in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen wirklich nur noch Bahnhof verstanden. Und das hat mir Angst gemacht, denn da geht unser Geldsystem fast in die Binsen und ich check nicht warum. Verquere Welt.

Natürlich sind auch Kommentare zu dem Buch erlaubt, denn das ist wirklich vorzüglich. So wie wir es ja von Pratchett inzwischen gewohnt sind. Auch wenn ich mich zu der Bemerkung hinreißen lassen könnte, dass die früheren Romane besser waren…

18 thoughts on “Finanzpolitik – Eine Definition von Terry Pratchett

  1. Hmm. Das Problem an den Wirtschafts- und Finanzteilen der Zeitungen ist, dass man sie wirklich lesen müsste, denn die Popel-Politik irgendwelcher Regierungen interessiert ja schon längst keinen mehr. Vielleicht werden die Redakteure solcher Zeitungen/Teile extra geschmiert (von Wirtschaft Corp.) um sie für uns noch unverständlicher zu machen. Wenn ich dann doch ein paar Dinge aufschnappe, wundert mich es ebenfalls immer, wie das funktioniert. Zum Beispiel: Das Geld, dass auf der Welt existiert (alle BSPs – oder BIPs!?! – zusammen) hat einen Gesamtwert von ungefähr 50000 Milliarden oder 50 Billionen Euro. An der Börse gehandelt werden ingesamt 120 Billionen.

    ?

  2. wenn man an der börse etwas für 10 kauft und gleichzeitig etwas für 10 euro verkauft wurden 20 euro gehandelt ohne dass du geld ausgegeben oder eingenommen hast…geldmenge und handelsvolumen haben nicht zwingend etwas miteinander zu tun

  3. Hmm. Das Problem an den Wirtschafts- und Finanzteilen der Zeitungen ist, dass man sie wirklich lesen müsste, denn die Popel-Politik irgendwelcher Regierungen interessiert ja schon längst keinen mehr.

    Das Problem an den Wirtschafts- und Finanzteilen der Zeitungen ist, dass man viel zu oft ein BWL/VWL-Studium braucht um da richtig durchzusteigen.

  4. na die gehandelte geldmenge kann mehr sein als die tatsächlich vorhandene weil ein bestimmter geldbetrag ja mehrmal verwendet werden kann…wenn du an einem tag an der börse zehnmal etwas für 1000 euro kaufst und zehnmal etwas für 1000 euro verkaufst, dann hast du ein handelsvolumen von…(kopfrechnen, wie ich das hasse^^) 20000 euro „verursacht“
    die geschäfte abwickeln könntest du aber mit nur 1000 euro geldmenge…
    1000 euro geldmenge -> 20000 handelsvolumen

  5. kannte ich noch nicht…muss aber auch gestehen ich finde es nicht wirklich gut…zu starke vereinfachung und vor allem ein simples gut-böse weltbild, das der wirklichkeit nicht gerecht wird…aber immerhin ein guter sprecher^^

  6. Pingback: Aus Alt wird Neu « The Mile High Blog

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