Nach einer etwas längeren Weihnachts-, Neujahrs- und allgemeineren Erholungspause bin ich seit ca. 10 Tagen wieder im Getümmel New Yorks angelangt. Während die UNO weiter vor sich hin rotiert, hab ich vor ziemlich genau einer Woche das wunderbare Wetter genossen und mich am Samstagmorgen zum Joggen in das wunderschöne Sunnyside & Woodside begeben. Dabei hab ich mit meiner kleinen Handykamera ein paar Bilder geschossen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Keine große Kunst dabei, aber ein paar Eindrücke der beiden Viertel, die ihren ganz eigenen, schönen Charme haben, der so ganz anders als das hektische Manhattan oder das hippe Brooklyn ist.
Als Schmankerl gibt’s dazu noch ein paar Fotos, die ich abends auf dem Nachhauseweg und bei einem Besuch ins MoMA PS1 geschossen habe.
In transforming the grim, abusive, violent, and yet often serene reality of the subway into a language of color, I see the subway as a metaphor for the world in which we live today. From all over the earth, people come into the subway. It’s a great social equalizer. As our being is exposed, we confront our mortality, contemplate our destiny, and experience both the beauty and the beast. From the moving train above ground, we see glimpses of the city, and as the trains move into the tunnels, sterile fluorescent light reaches into the stony gloom, and we, trapped inside, all hang on together.
Wunderschön beobachteter, den seltsamen Charme der New Yorker U-Bahn treffend einfangender Artikel (mit wahrscheinlich noch besseren Fotos, zumindest Google Images nach zu urteilen) im Blog des New York Review of Books über den New Yorker Fotojournalisten Bruce Davidson und seine Bilderserie „Subway“: Train of Thought – On the Subway Photographs. Und das sag ich als jemand, der sich heute den ganzen Tag über die verda***te U-Bahn beschwert hat, weil er gestern Nacht von Brooklyn nach Queens ne geschlagene Stunde gebraucht hat. Das nächste Mal nehm ich ein Taxi! Oder doch nicht?
Das Hudson River Valley, Cold Spring und West Point (auf der andere Flussseite), im Panorama, aufgenommen bei einem Hike-Ausflug im Hudson Highland State Park gestern mit unserem spontan gegründeten American-German Hiking Club. Good Times!
Meine Neuentdeckung des Jahres sind ja die großartigen „Russian Circles“ aus Chicago. Nachdem sie noch vor kurzem bei plattentests.de die „Platte der Woche“ abgeräumt hatten und ich daraufhin kurzentschlossen das Album bei Amazon.com-MP3 gekauft hatte, war ich ja eigentlich schon glücklich. Ich hatte auch gelesen, dass sie sich gerade auf US-Tour befinden, aber nicht den Gedankenschritt gemacht, dass „US-Tour“ bei so ungefähr jeder Rockformation, die etwas auf sich hält, natürlich bedeutet, auch in NYC abzusteigen – aber ich muss mich wohl noch ein bisschen an New York gewöhnen (nicht so einfach wenn man vorher 3 Jahre in Tübingen gewohnt hat). So hatte ich erst mal überhaupt nicht mit dem Gedanken gespielt, Russian Circles lives sehen zu können.
Mein Bruder hatte mich dann letztes Wochenende darauf aufmerksam gemacht, dass die besagte Drei-Mann Kombo am Montag darauf im Bowery Ballroom in der Lower East Side spielt. Also hab ich mich dann am besagten Tag kurzentschlossen aufgemacht, mir die auf Platte enorm klingende Band anzuschauen und zu -hören. Ich war gespannt, wie sie den gewaltigen Sound der Platte auf die Bühne bringen würden.
Ich wurde nicht enttäuscht. Ich bin immer noch erstaunt, wie es die nur drei Musiker schafften eine solche Wall of Sound aufzubauen. Aber die Jungs verstanden es geschickt mit wuchtigem Bassverzerrer, geloopten & geschichteten Gitarrensounds und einem selten so gesehen filigranen, aber donnerndem Schlagzeugspiel vielschichtige Songs zu malen, die das Kopfkino auf Breitwand stellten. Dabei unterstützte vor allem die dezente Bühnenbeleuchtung, die aus gerade einmal vier dimmbaren Glühbirnen bestand, die Performance: analog zu der Dynamik der Songs justierte der Lichttechniker die Beleuchtung von minimalem Glimmen zu strahlendem Leuchten, wenn sich die aufgebaute Spannung aus mehrfach geloopten Gitarrenpickings, sanften Bassakkorden und leise, aber treibendem Schlagzeugrhythmus in brachialen Soundwänden entlud. Wunderschön. Und der Drummer ist tatsächlich der beste, den ich seit langer, langer Zeit gesehen habe (Interview mit ihm gibt’s hier).
Unbedingte Hörempfehlung.
(Hörbeispiele + Schmankerl gibt’s nach Klick. Und nicht vergessen: Volume auf 12!)
Ein paar Eindrücke meiner kürzlichen Ausflüge in & um die Stadt, viel klassische Motive aber auch Neues, wie z.B. die Bilder von Wave Hill Garden, einem wunderschön am Hudson gelegenen Park in der Bronx. Nicht unbedingt das, was man so im Kopf hat, wenn man sonst an die Bronx denkt – aber genau das richtige um der Hektik Manhattans für ein paar Stunden zu entfliehen. Galerie gibt’s nach dem Klick.
An der Universität Tübingen ist die Debatte um die Zivilklausel in vollem Gange. Die Klausel in der Präambel zur Universitätssatzung besagt, dass „Lehre, Forschung und Studium an der Universität […] friedlichen Zwecken dienen, das Zusammenleben der Völker bereichern und im Bewusstsein der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen erfolgen [sollen]“. Eigentlich sollte es schwierig sein, jemanden zu finden, der ernsthaft gegen eine solche Handlungsverpflichtung seine Stimme erhebt – und dennoch scheiden sich an diesem kleinen Textabschnitt die Geister. Und – das ist besonders interessant – nicht zwischen Befürwortern und Gegner der Klausel, sondern alleine zwischen Personen, die die Aufnahme der Zivilklausel in die Unisatzung befürworten.
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) hat in ausführlichen und sehr interessanten Dossiersherausgearbeitet wo ihrer Meinung nach an der Universität Tübingen diese Klausel durch Forschung und/oder Lehre verletzt wird. Am interessantesten ist sicherlich die Kritik der Tübinger Lehrpraxis im Bereich der Politikwissenschaft und der Friedens- und Konfliktforschung (wo ich – full disclosure – studiert habe). Es ist erstaunlich, dass gerade diesem Forschungsfeld vorgeworfen wird, Lehre zu betreiben, die im klaren Bruch zu der Zivilklausel steht – was die Frage aufwirft, ob all diese Kritikpunkte berechtigt sind.
Ein wiederkehrender Kritikpunkt betrifft Seminare am Institut für Politikwissenschaft, die von der Bundeswehr unterstützt wurden („Internationale Sicherheitspolitik in Europa“) und Vorträge wie „Die Bundeswehr als potenzieller Arbeitgeber: Frauen in der Minderheit“. In der Durchführung dieser Veranstaltungen sehen die KritikerInnen „Indizien dafür, dass das Militär in den Universitäten durchaus als ganz normaler Arbeitgeber und auch als ganz normales Mittel der Außenpolitik bewertet wird“.
Nun täuschen diese Indizien aber ganz offensichtlich, denn in dem zitierten kritischen Dossier wird kein bisschen auf die Inhalte der jeweiligen Veranstaltungen eingegangen. Betrachtet man aber die erwähnte, von der Bundeswehr unterstützte Exkursion genauer, so wird schnell deutlich, dass hierbei keineswegs das Militär als „Friedensbringer“ im orwellschen Sinne glorifiziert wurde. Zum einen überwiegte der zivile Anteil der besuchten Institutionen und Nichtregierungsorganisationen, bei denen entsprechend zivile Konfliktprävention (u.a. bei einem Vortrag über das Conflict Prevention Center der OSZE), -bearbeitung (u.a. bei einem Vortrag über die Arbeit der NGO „Crisis Management Initiative“ die in Bürgerkriegen mediiert) und –nachsorge (u.a. durch Vorträge beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte) im Vordergrund stand. Nun will man nicht verschweigen, dass auch Gespräche mit Vertretern der NATO auf der Agenda standen. Hier war aber augenfällig, dass die Militärs meist durchaus kritisch ihrem eigenen Einsatz als „Konfliktlöser“ oder „Friedensstifter“ gegenüber standen und durchgehend die Notwendigkeit politischer Lösungen für Konflikte betonten (und die Abwesenheit dieser Konzepte oft beklagten). Das passt nun leider nicht so ganz in Bild derer, die jegliche Militärs gerne als kriegstreiberische Schergen an die Wand malen… leider ist die Welt manchmal nicht so einfach in schwarz und weiß einzuteilen.
In anderen Fällen hingegen wurde die Beschränktheit militärischer Lösungen auffällig, insbesondere bei Diskussionen um das Nuklearwaffenkonzept der NATO. Auf die Argumentationsschwächen der Befürworter waren aber die Studierenden durch ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema im vorhergehenden Seminar gut vorbereitet. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Exkursion Schwierigkeiten in der zivilen Konfliktbearbeitung aufzeigte, interessante Einblicke in die Sichtweise der Arbeitsweisen internationaler Organisationen brachte und aufschlussreiche Einsichten in die teils weniger aggressive als erwartet teils absurder als gedachte Denkweise von militärischem Personal lieferte.
Noch massivere Kritik hat die Berufung des Botschafters Wolfgang Ischingers als Honorarprofessor und dessen (zusammen mit Dr. Thomas Nielebock geleiteten) Seminar „Internationales Krisenmanagement“ auf sich gezogen. In einem ausführlichen Bericht legt Jürgen Wagner dar, welche (zugegeben durchaus streitbaren) Positionen Botschafter Ischinger zu Themen der internationalen Sicherheitspolitik vertritt. Da Ischinger den Einsatz militärischer Mittel nicht ausschließt und in manchen Fällen als ultima ratio sogar befürwortet, verstoße seine Berufung als Honorarprofessor gegen die Zivilklausel der Universität Tübingen, so der Verfasser des Berichts. Gleichzeitig kritisierte auch der Wissenschaftler Dietrich Schulze die Berufung Ischingers als Honorarprofessor in einem Zeitungsartikel scharf und lehnte auch diesem Grund schließlich auch seine Beteiligung an einer Ringvorlesung ab, die Thomas Nielebock zusammen mit anderen ins Leben gerufen hatte, um die Möglichkeiten, Dilemmata und Reichweite der Zivilklausel im akademischen Dialog auszuleuchten (Die Veranstalter mussten ihn ausladen, weil er nur unter nicht annehmbaren Bedingungen bereit war, an der Vorlesungsreihe teilzunehmen). Dies hatte auch ein lokales Medienecho hervorgerufen. Hier ein Interview mit Thomas Nielebock zu dem Thema, den kritischen Artikel habe ich bereits weiter oben verlinkt:
Auffällig ist in beiden Fällen – der Kritik an der von der Bundeswehr mit unterstützten Exkursion und der Berufung Wolfgang Ischingers als Honorarprofessor –, dass allein die Auseinandersetzung und die Diskussion mit Militärvertretern oder Personen, die militärische Gewalt in manchen Situationen als notwendig erachten, kategorisch ausgeschlossen wird. Diese Grundverweigerung einer Diskussion wird allerdings nicht begründet. Stattdessen zählen die Kritiker mal mehr (Ischinger) mal weniger (Sicherheitsexkursion) ausführlich auf, was an der jeweiligen Unternehmung zu kritisieren ist. Sie bleiben aber Argumente schuldig warum man mit Vertretern dieser Meinung nicht diskutieren darf.
Ich kann jetzt hier über diese Argumente nur spekulieren, aber ich will mal vorsichtig erkunden, was denn die Beweggründe für eine Totalverweigerung der Diskussion sein könnten (reine Starrköpfigkeit will ich mal niemandem unterstellen).
Im Großen und Ganzen kann ich in der Debatte zwei mögliche Argumente erkennen, aus denen sich eine Haltung gegen die akademische Auseinandersetzung mit Militärs und Befürwortern möglicher Militäreinsätze ableiten lässt: Die Sorge, Militärpropaganda an der Universität eine Stimme zu geben und ein Grundsatzpazifismus, der jeglichen Einsatz von Militär als intrinsisch schlecht ansieht. Beide Haltungen sind aber nur bedingt überzeugend.
Grundsätzlich bringe ich der Sorge um Militärpropaganda an (Hoch-)Schulen Sympathie entgegen. Aber daraus eine Totalablehnung von Diskussionen mit Vertretern möglicher militärischer Einsätze herzuleiten, halte ich für falsch. Denn eine solche Haltung verkennt, dass Studierende erwachsene Persönlichkeiten sind, die ein Thema kritisch betrachten können und die in der Lage sind, ihre Gesprächspartner einzuschätzen und zu beurteilen und welche auch nicht alles, was in dieser Diskussion gesagt wird, ungefiltert als Wahrheit aufsaugen. Wer meint, die Diskussion zwischen Studenten und Vertretern unbequemer Ansichten dazu führt, dass die Studenten diese Meinung ungefragt aufsaugen und anschließend vertreten, entmündigt die Studenten und spricht ihnen jegliche kritische Meinungsbildung ab. Wer einmal selbst eine solche Seminarsitzung besucht hat oder an einer Exkursion teilgenommen hat, stellt schnell fest, dass von einem einseitigen „Werben“ im Sinne militaristischer Propaganda nicht viel zu bemerken ist. In den wenigen Fällen, in denen Diskussionspartner doch in diese Schemata verfallen, besitzen wir als Studenten genug fachliches Wissen und rhetorisches Selbstvertrauen, um unsere Gesprächspartner kritisch zu hinterfragen und unsere Fragen auszusprechen – und wenn diese nicht darauf eingehen, sagt das zehnmal mehr aus als das Lesen verstaubter wissenschaftlicher Texte.
In einem Leserbrief an das Schwäbischen Tagblatt (auf deren Seiten die Diskussion auch munter geführt wurde) beschwerte sich ein Leser in ähnlicher Weise darüber, dass Studenten und Lehrkörper nicht auf den O-Ton von Politikern und Militärs angewiesen seien. Das ist leider falsch. Nur wer sich tatsächlich mit diesen Personen auseinandersetzt, mit ihnen in Diskussion tritt, von ihnen überrascht wird, und manchmal in seinen Ansichten bestätigt wird erhält ein besseres Bild der Realität. Berichterstattung verfälscht immer, liefert immer (wenn auch mal mehr mal weniger) Meinung ab zu einer Nachricht, insbesondere bei einem so brisanten Thema wie Krieg und Frieden. Nichts ersetzt das persönliche Gespräch – es sei denn, wir ziehen es vor uns in unseren Sesseln zurückzulehnen und uns in unserer vorgefertigten Meinung von selbstselektierten Berichten bestätigen zu lassen.
Ein weiterer Beweggrund der Kritiker an diesen Veranstaltungen der Universität Tübingen ist mit Sicherheit ihr Grundsatzpazifismus, also der Einstellung, dass jeglicher Einsatz militärischer Gewalt, egal unter welchen Umständen, stets inhärent normativ schlecht ist. Das ist ein viel besserer Einwand, als der zuvor geschilderte, weist er doch auf ein wesentliches Dilemma der Politik und der Friedens- und Konfliktforschung im Allgemeinen hin: kann der Einsatz militärischer Gewalt jemals gerechtfertigt sein? Diese Debatte ist zu komplex und vielschichtig um sie hier aufzurollen. Meines Erachtens gibt es für beide Seiten gute Argumente, was (zumindest mich) zu dem Schluss führt, dass ein generelles Urteil über die Frage nach der Legitimität über den Einsatz militärischer Gewalt kein endgültiges, kein von Zeit und Raum und konkreter Situation getrenntes Urteil gefällt werden kann. Darüber lässt sich sicherlich streiten. Wer sich in dieser Frage aber bereits entschieden hat (und die Kritiker der Universität Tübingen haben sich scheinbar schon eindeutig entschieden, dass der Einsatz nie gerechtfertigt sein kann), muss diese Argumente allerdings auch anbringen und somit offenlegen, warum er oder sie gegen eine Berufung Wolfgang Ischingers als Honorarprofessor oder der Veranstaltung einer Exkursion zu verschiedenen Sicherheitsinstitutionen in Europa ist. Es reicht nicht – wie in der Diskussion bisher geschehen – einfach zu behaupten man habe in dieser Frage recht und aufzuzählen, was aus einer solchen Perspektive die Person oder das Seminar als fragwürdig erscheinen lässt.
In einer solchen Diskussion würde vielleicht viel ersichtlich, dass zwar militärische Gewalt nicht immer kategorisch und per se ausgeschlossen werden kann, um noch schlimmere Gewalt zu verhindern, aber – und das ist der eigentliche Skandal – dass bisher viel zu wenig Mittel in Prävention und ziviles Krisenmanagement und Konfliktbearbeitung gesteckt wurden. Warum investiert die Bundesregierung nicht systematischer in die Ausbildung und die Durchführung von Mediation, ziviler Konfliktbearbeitung und Krisenmanagement? Das Budget der Schweiz für Mediation beträgt 42.5 Millionen Euro (2010), das Norwegens 90 Millionen (2009) und Irlands 715,000 Euro (2009) und Finnland ist auch vorne mit dabei – und für Deutschland finde ich nicht einmal Zahlen, sondern nur besorgniserregende Berichte. Ja, wir haben einen Aktionsplan ‚Zivile Krisenprävention‘, aber der ist im Vergleich zu den Militärausgaben mit verschwindend geringen Mitteln ausgestattet. Und ist bei den zuständigen Ministern auch in keiner Weise politische Priorität (gut, das zumindest verwundert bei dem gegenwärtigen politischen Personal nicht unbedingt).
Vielleicht sollte die erhitzte Debatte viel besser hierüber geführt werden – und dabei sollten Studenten solche unbequeme Fragen auch Vertretern von Politik und Militär im persönlichen Gespräch – zum Beispiel im Seminarkontext – stellen dürfen.
So. Am Samstag hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit nach bisher nur geistiger Solidarität die Occupy Wall Street-Bewegung auch tat- und stimmkräftig in person zu unterstützen. Am Times Square also demonstrierten wir atmosphärisch durchaus passend zwischen leuchtenden Reklametafeln und dem US Army Recruitment Center für mehr Gerechtigkeit im Finanz- und Wirtschaftsystem sowie eine friedlichere Außenpolitik. Wo auch sonst?
Eine anfangs eher kleinere Gruppe von Demonstranten, die von den Touristenmassen zunächst klar in den Schatten gestellt wird schwillt immer stärker an – über Twitter bekommen wir mit, dass sich der Marsch vom Washington Square Park langsam dem Times Square nähert. Zwischen fünf und sechs Uhr abends stößt der Marsch dann zu uns und von unserem Standpunkt aus wird es unübersichtlich wie viele Menschen am Times Square sind. All zu viele Touristen können es nicht mehr sein, es sei denn diese haben inzwischen auch begonnen unsere „Banks got bailed out“-Rufe mit „We got sold out“ Schlachtrufen zu beantworten. Die Atmosphäre ist gut, gespannt, friedlich. Trommeln, Parolen skandieren, mit Passanten ins Gespräch kommen, über kreative Schilder schmunzeln – es ist eine gute Demo und eine, die gehört wird. Ob ihr aber zugehört wird steht auf einem anderen Blatt.
Denn viele Kommentatoren bemängeln das Fehlen einer klaren Botschaft der Protestbewegung, andere stellen sie als vorübergehendes Phänomen dar, das sich nicht lange halten wird, weder in Amerika noch in den anderen Städten, in denen am Samstag weltweit protestiert wurde.
Während ein Artikel zur Wall Street noch in der Mache ist, will ich euch in der Zwischenzeit mit ein paar, wie ich finde, ausgesprochen nützlichen Sightseeing-Tipps bei der Stange halten.Wobei die wahrscheinlich eher für mich nützlich sind. Naja. Egal. Enjoy. (Beware! Planet of the Apes-Spoiler! Und wahrscheinlich auch ein paar andere.)
The Ultimate Nerd Guide to New York City
Und hier die praktischere Google Maps Karte. Erinnert mich etwas an meine Ausflüge in Chicago.