The Mile High Blog

Katzen, Köpfe, Kalifornien

Dezember 1, 2009 · Kommentar schreiben

Eigentlich sollte ich hier drei Beiträge draus machen, der Übersicht halber. Aber dann wäre die schöne poetische Stilfigur (von der ich grad keine Ahnung hab wie sie heißt, Hinweise in die Kommentare) der Beitragsüberschrift weg. Und das wäre zu schade, richtig? Also, in umgekehrter Reihenfolge:

I. Off to California!

Morgen früh um acht geht’s mit Amtrak nach Kalifornien, San Francisco. Dort treffe ich Giorgio, bei dem ich an der HSFK damals Praktikum gemacht habe, fahre mit ihm runter nach Monterey, wo er gerade am Center for Nonproliferation Studies einen Forschungsaufenhalt macht. Da bleibe ich ein paar Tage, besuche das 20th Anniversary des CNS übers Wochenende, dann geht’s wieder hoch nach SF für ein paar Tage und dann wieder zurück nach Denver. Das Ganze findet per Zug statt (ja, Fliegen ist nämlich blöde und ich will ja auch was von dem Land sehen, in dem ich rumreise), was zwar 30h von Denver nach SF dauert, aber, hey, ich hab genug Bücher+Essen+Batterien für meinen MP3-Player, so dass mir schon nicht langweilig wird.

Von daher wird es hier die nächsten eineinhalb Wochen etwas ruhiger werden. Vielleicht (aber nur vielleicht) bin ich so crazy technikverliebt, dass ich per Handy Twitterupdates schicke. D.h. (für alle die das Konzept komisch finden und nur Bahnhof verstehen), dass ich per Handy ans Internet schicke, was ich gerade mache, wo ich gerade bin und ob ich gerade wg. Schienenarbeiten mit 20h Verspätung in SF ankomme. Das Ganze gibt’s dann unter twitter.com/felixhaass zum anschauen oder rechts in der Seitenleiste meines Blogs. Ja, klingt verrückt und vielleicht lass ich’s auch einfach sein. Denn – großartiges Zitat von Hannes’ Facebook-Profil – wir sollten uns daran erinnern:

Kaum jemanden fällt noch auf, dass das Getwitter nicht nur profan und merkwürdig ist, sondern oft regelrecht anmaßend: Man macht sich selbst zum Weltmittelpunkt, über den man ständig berichtet. Würde man den getwitterten Äußerungsstrom laut von sich geben, kassierte man wohl schnell und zu recht ein „Kannst du nicht mal den Mund halten?“.

Großartiges Zitat. (Wo ist das her, btw? Selbst von der Muse geküsst worden? Anyway, I love it!)

II. Köpfe

Das hier hat ich schon als Link getwittert, aber es ist einfach zu gut um im Twitter-Feed unterzugehen. Der Portrait-Fotograf „Platon“ (seltsamer Name, ich weiß, aber großartige Fotos) hat bei der UN-Vollversammlung im September „Heads of State“ fotografiert. Die Fotostrecke gibts auf der Homepage vom New Yorker, zusammen mit kurzen Audioclips zu den einzelnen Fotoshoots und wie sich die Premiers und Präsidenten so verhalten haben vor der Kamera. Klingt langweilig, ist aber großartig und nicht für für Fotografie-interessierte Foreign-Policy-Nerds unterhaltsam. So sieht das Ganze aus und Link gibts hier oder mit Klick auf Bild.

(Nein, Angie ist nicht dabei…)

III. Katzen

Ok, das hier ist in Internet-Zeit gemessen so alt wie…naja ziemlich alt halt, aber ich finds trotzdem großartig. Normalerweise bin ich ja Katzenvideos eher abgeneigt, aber das hier… naja, wer das hier nicht toll findet, dem ist wahrscheinlich auch sonst nicht mehr zu helfen.

(via Nerdcore)

Ok, I’m out. Werd mal noch packen gehen. Bin wieder zurück, wie gesagt, in eineinhalb Wochen oder so. Dann mit Bildern. Versprochen.

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Classes in retrospect III: Normative Foundations of Global Political Economy

November 30, 2009 · Kommentar schreiben

Ok, einer fehlt noch. Dann mal los.

Fazit

Insgesamt der beste Kurs dieses Quarter (Seminarplan). Wir hatten einen hochmotivierten Dozenten (George DeMartino), dem es sichtlich Spaß gemacht hat, den Kurs zu halten, absolut interessante Lektüre, die mit viel Sachverstand ausgewählt war und jedes Mal zum Nachdenken anregte und eine großartige Gruppe an Seminarteilnehmern, die sichtlich motiviert auch die noch so verrücktesten philosophischen Themen durchzusprechen. Das Seminar bringt bei mir so ein Memento-Gefühl mit sich: Direkt nachdem es vorbei war, hatte ich das Gefühl, das Seminar gleich nochmal belegen zu müssen, weil einfach soviel Fragen nur angesprochen werden konnten. Wahrscheinlich ist das aber mit Philosophie-Kursen immer so, wenn sie gut gemacht sind…

Philosphie-Kurs? Ja, der Kurs war tatsächlich mehr ein Philosophie-Kurs, als ein Wirtschaftskurs. Versteht mich nicht falsch, wir haben schon die ganzen Ökonomie-Grundlagen durchgenommen. George gab uns a hell of a ride durch Economics 101, besonders für mich, der von Ökonomietheorie nicht viel (positiv ausgedrückt) Ahnung hat, war das ziemlich erhellend. Auch komparative Vorteile und Grundlagen der Handelstheorie usw. haben wir gemacht. Allerdings sind wir nicht in die Tiefen der Aushandelsbilanzsteuerkostenprotektionismus-Debatte (you know what I mean) eingestiegen, worüber ich auch ganz froh war.

Wir haben dann diese Grundlagen der Ökonomietheorie hergenommen und nach allen Regeln der Kunst auseinander klabüstert, jedes Teilchen auf seine normativen Prämissen oder Konsequenzen geprüft und siehe da: They’re everywhere! Man merkte, dass es dem Dozenten sichtlich Spaß gemacht hat, die angebliche wertneutrale positivistische neoklassische Ökonomietheorie (die lt. manchen Wirtschaftswissenschaftlern fast schon eine Naturwissenschaft sein soll) zu zerpflücken und die teilweise gravierenden normativen Konsequenzen der einzelnen Prämissen aufzuzeigen. Von daher hat’s natürlich auch jede Menge Spaß gemacht ihm zu folgen.

Dabei haben wir uns nicht nur auf Theorie beschränkt sondern auch die normativen Auswirkungen der neoklassischen Theorie auf tatsächliche Politikfelder untersucht: Kosten-Nutzen Analyse, Klimawandel, Entwicklung, Eingriff des Staates in die Wirtschaft usw. Es versteht sich von selbst, dass dabei die gute alte liberale Wirtschaftstheorie nicht unbedingt gut wegkam. Unterwegs sind wir dabei so Theoretikern wie Milton Friedman, Amartya Sen und Robert Nozick begegnet – und haben auch die abgeklopft und geschaut was man aus denen für Erkenntnisse über Wirtschaft ziehen kann.

Da das alles sehr abstrakt und theoretisch ist und ich hier in wenigen Worten auch so prima erklären kann, warum das alles manchmal doch ganz praxisrelevant sein kann, hier ein Video von Michael Sandels „Justice“-Vorlesung auf die ich schonmal in einem früheren Post hingewiesen hab. Ungefähr sowas haben wir auch gemacht (inkl. der Frage ob Steuern nicht gleichzusetzen sind mit Zwangsarbeit).

Nozick ist übrigens ziemlich kompliziert zu lesen, aber manchmal auch ziemlich lustig. Ich zitiere aus unserem Seminarplan zur Nozick-Session:

What possibly could “pleasure machines” and beating cows with baseball bats for the fun of it have to do with political or moral theory, and what do they teach us about the salience of the inviolability of rights?

Es kommen tatsächlich solche Dinge wie „pleasure machines“ (ja, ziemlich genau das was man sich darunter vorstellt), Kühe + Baseballschläger und solche Dinge wie utility-monster vor. Nice. Trotzdem gibt’s genug zu kritisieren.

Insgesamt war ich sehr (angenehm) überraschend wie „kritisch“ ein Wirtschaftskurs in den ach so wirtschaftsliberalen USA sein konnte. Dabei wurde einem allerdings weder blind die eine noch die andere Ideologie reingeklopft, sondern sehr sorgfältig philosophisch & ethisch argumentiert. Großes Kino.

Ich könnte hier jetzt noch ewig weitermachen, aber brech das an dieser Stelle mal ab. Wenn das jetzt ein Film wäre, würde ich sagen: unbedingt anschauen! Aber da das nicht geht, bleibt nur zu der Hinweis auf zwei Bücher, die ein bisschen das umfassen, was ich so gemacht hab. Und die, nebenbei, für jeden der nicht auf das Thema steht, wohl sterbenslangweilig zu lesen sind. Aber gut.

  • George DeMartino: Global Economy, Global Justice. Theoretical Objections and Policy Alternatives to Neoliberalism. Routledge, 2001.

Snippet Klappentext:

Global Economy, Global Justice explores the vital question: “What makes for a good economic outcome?” It rejects the normative commitment of neoclassical economic theory to welfarism, and its resulting claim that the global, marketbased economy emerging at present represents the highest possible stage of economic development. In place of global neoliberalism the book calls for policies that promote global equality. The author demonstrates that neoclassical economics embraces a range of objectionable assumptions about human nature, society, and science, the exposure of which destroys the ethical foundations of global neoliberalism.

Global Economy, Global Justice explores ethically viable alternatives to welfarism. Drawing on the work of Amartya Sen, it proposes the egalitarian principle of the “global harmonization of capabilities” to guide economics. This principle provides a basis for resisting oppression while respecting cultural diversity. It is put to work to adjudicate contemporary debates about global policy regimes, and the book ends with a set of deeply egalitarian global policies for the year 2025.

  • Amartya Sen: Inequality Reexamined (Harvard University Press, 1992).

Warnung vorneweg, Zitat aus unserem Syllabus:

Don’t be put off by Sen’s prose—he clearly spends more time thinking important thoughts than he does worrying about how to express them in writing.

Da hat er sowas von recht. Dennoch großartiges Buch, das viele brillante Ideen enthält. Zitat Jeffrey Sachs:

Amartya Sen, [the 1998] Nobel Prizewinner in Economics, has helped give voice to the world’s poor. And that is no small matter, for the very lives of the world’s poor may depend on having their voices heard. In a lifetime of careful scholarship, Sen has repeatedly returned to a basic theme: even impoverished societies can improve the well-being of their least advantaged members. Societies that attend to the poorest of the poor can save their lives, promote their longevity and increase their opportunities through education and productive work. Societies that neglect the poor, on the other hand, may inadvertently allow millions to die of famine–even in the middle of an economic boom, as occurred during the great famine in Bengal, India, in 1943, the subject of Sen’s most famous case study…Sen [delivers a] powerful message: annual income growth is not enough to achieve development. Societies must pay attention to social goals as well, always leaning toward their most vulnerable citizens, and overcoming deep-rooted biases to invest in the health and well-being of girls as well as boys. In a world in which 1.5 billion people subsist on less than $1 a day, this Nobel Prize can be not just a celebration of a wonderful scholar but also a clarion call to attend to the urgent needs and hopes of the world’s poor.

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Soapbox – Odenwald Democracy

November 29, 2009 · 2 Kommentare

Ich habe schonmal in nem Kurzbeitrag auf die Scheibe hingewiesen, aber ich hab sie heut nochmal beim Einkaufen gehen gehört und mir gedacht, hey, die ist so gut, da kannste ruhig nen ganzen Eintrag draus machen.

Ja, wow, was soll ich sagen? Meiner bescheidenen Meinung nach die verdammt beste Rockplatte 2009. Und das nicht nur weil die vier Jungs Odenwälder sind und damit quasi nen Heimvorteil bei dem bescheidenen Blogautor haben (wollte schon immer mal in der dritten Person von mir reden. Hiermit abgehakt.). Wer mich kennt, weiß, dass ich da nicht so viel drauf gebe. Nein, es ist ganz allein die Musik, die überzeugt – und das auf ganzer Linie. So sehr, dass ich mir die Platte übern Teich hab schicken lassen.

Zum Einstieg empfiehlt es sich, auf die Begeisterung in der Presse hinzuweisen, die die Seifenkistler mit ihren früheren Werken (hier die „Lost Gravity“ EP) eingeheimst haben. So schreibt die Visions z.B.:

Eine Riesenüberraschung erreicht uns in Form der EP „Lost Gravity“ aus dem Hause Soapbox. Diese extrem kompakte Band aus dem Odenwald scheint alles verinnerlicht zu haben, was in diesem Magazin je als fetter, charmanter und handwerklich progressiver Alternative Rock galt.

Tja, die Visions hat nicht unrecht. Nur, dass sie mit der neuen Platte noch einmal Lichtjahre besser geworden sind.

Insgesamt tummeln sich auf „Odenwald Democracy“ 10 Songs, teilweise schon bekannt von der besagten „Lost Gravity“, teilweise ältere Stücke, die sich schon auf früheren Platten (allerdings in schlechterer Qualität und etwas anderen Arrangements) befanden und teilweise Stücke, die zumindest ich noch überhaupt nicht kannte. Hier die Playlist:

1. Raindrops On Baghdington
2. Bloody War On Sunday
3. Come Close
4. Sky Taxi
5. My Time
6. The Hill Where I Lay
7. Mesoscope – No Fish!
8. Produit en cote d’ivoire
9. White Window
10. As It Hurts

Ich geh mal die Songs im einzelnen durch.

1. Raindrops On Baghdington

Zitat Visions: „Raindrops On Baghdington“ fusioniert Tool mit Harmful“. Full Ack. Der wohl knackigste Rocksong auf der Platte, verspielt hypnotische Strophen wechseln sich mit rockigem Refrain ab, eingerahmt von einer Melodie, die man nicht so schnell aus dem Ohrwurm-Gedächtnis rausbekommt und abgerundet mit einem krachigen Outro in dem die Jungs aufblitzen lassen, welche Gitarrengewitter einem später im Album noch begegnen werden. Nur ein kleines Manko bleibt: auf besagter Lost Gravity EP war eine leicht anders gemixte Version des Songs vorhanden, die meiner Meinung noch ein bisschen dreckiger und in-your-face war und eine bessere Bridge aufwies. Aber das ist Kleinkram. Hier das Video:

2. Bloody War On Sunday

Verschwirbeltes (ok, das Wort gibt’s nicht…) Gitarrenriff rockt erst mal drauf los, steigert sich in – ja was eigentlich? Schwere Gitarren in etwas Refrainartigem. Man glaubt schon den Song durchschaut zu haben, bis er urplötzlich in einen Ozean von gezupften Prog-Gitarren und kleinen Melodien ausufert. Kurz bevor man denkt, die vier hätten vergessen beim Jammen den Record-Off-Button zu drücken, zieht plötzlich die Intensität wieder an, steigert sich, um dann kurz zu einem Flüstern zu verstummen bevor mächtige Gitarrenwände zuschlagen (sowas wurde von mir gut bekannten Musikern einmal der „Klippenfaktor“ genannt… ;) ) und den Song in ein episches Finale führen. Hell yeah! Auch hierzu gibt’s ein Video:

3. Come Close

Beginnt mit einem Helmet-Tool-artigen Gitarrenriff, steigert sich kurz danach aber zu dem vllt. melodischsten Song der Platte. Durchweg vor tonnenschweren Gitarren entwickelt sich hier eine überraschend klare Melodie, die in einem interessanten Gegensatz zu dem restlichen Song steht.  Classic. Kein Video hierzu, aber bei MySpace kann man reinhören. Bester Song der Platte? Vielleicht. Warum ich dann nur so wenig schreibe? Weil, ja weil, writing about music is like dancing… you know. Zumindest bei diesem Song.

4. Sky Taxi

Man wähnt sich plötzlich im alten Orient. Seltsam exotische Gitarrenmelodien, unterlegt mit Drums, die erstmal nicht wirklich in das Schema der ersten drei Songs passen mögen. Dann aber zieht das Ganze merklich an, bis plötzlich eine einsame Trompete erklingt. Doch bevor sich das aufkommende Gefühl eines Morricone-Soundtracks festbeißen kann, brechen die Gitarren mal wieder einen derbe schweren Soundteppich los, der den Song schließlich zu seinem großartigen Finale führt. 10/10.

5. My Time

Mit „My Time“ ziehen Soapbox konsequent das durch, was in den vorherigen Songs bereits anklang, aber nicht wirklich zu seiner vollen Entfaltung kam:  das Erzählen einer Geschichte mit Hilfe eines Songs. Dabei beziehe ich mich nicht unbedingt auf den Text (den ich nicht wirklich raushören kann). Vielmehr nimmt einen der Song mit auf eine akustische Reise, die sich von laut nach leise, von intensiv zu verspielt von ausufernd zu hypnotisch bewegt, immer mit dem epischen Schlussteil im Blickfeld. Ganz großes Kino. Apropos Kino:

6. The Hill Where I Lay

Die Visions hat es hier in ihrem Lost Gravity Review mal besser zum Ausdruck gebracht, als ich es je könnte und bezeichnet „The Hill Where I Lay“ als

verdammt beste[n] Blackmail-Song, den Blackmail nie geschrieben haben

Ist aber noch so viel mehr als nur ein „Blackmail“-Song, denn Blackmail hatten nie die Eier zu einem so verdammt großartig langem Outro. Song gibts in seiner „Lost Gravity“-Version auf der MySpace-Seite. Die Odenwald Democracy Version ist aber um einiges besser.

7. Mesoscope – No Fish!

Hier bin ich zwiegespalten. Der Song rockt so derbe los, wie nur geht. Behält das Tempo schön bei, wechselt in der Intensität aber bleibt knackig. Dann wechselt er gegen Mitte und wird etwas schwerfälliger. Irgenwie weiß ich nicht was davon halten soll – an manchen Tagen find ich’s großartig, an anderen denk ich „den hätte man einfach nach der Mitte ausfaden sollen…“. Formulieren wir es so: Wenn das der schlechteste Song auf der Platte ist, will ich nur noch Platten mit so Songs!

8. Produit en cote d’ivoire

Mehr oder weniger ein „Lückenfüller“, aber das Wort klingt zu hässlich und gibt in keiner Weise wieder, was der Song sein soll. Großartig gespielt, verträumt, lässt einem Zeit zum Atmen. Schön.

9. White Window

Quote eclipsed:

„Welch eine Kraft verbirgt sich in diesem Track! Welch eine Finesse in den Arrangements! Der Odenwälder Formation SOAPBOX gelingt der Spagat aus alternativem New Artrock und überraschenden Soundspielereien, die auf dem hier präsentierten „White Window“ von seltsam verfremdeten Gitarren bis hin zu ganz kurz eingestreuten Ethno-Vocals reichen.

Nicht viel hinzuzufügen. Außer vielleicht das hier:

10. As It Hurts

Unter Musikbanausen würde das hier als „Ballade“ durchgehen. Ist es aber nicht. Spätestens wenn die gezupften Gitarren von einer klagend-wütenden Sologitarre übermalt werden, kommen erste Erinnerungen an die großartigen Aereogramme hoch. Bis diese Assoziationen wieder von den tonnenschweren Gitarrenwänden überrollt werden, die den Song zu seinem grandios epischen Höhepunkt führen. Würdiger Abschluss.

So, es sollte klar geworden sein, dass die Platte schlicht und einfach arschtight gespielte, ernsthafte Ärsche rockende, auf CD gepresste Awesomeness ist, die jeder der mit Mogwai, Deftones, Smashing Pumpkins, Dredg, Tool, Helmet auch nur entfernt was anfangen kann (und jeder, der das nicht kann, auch) in seinem Regal stehen haben sollte!

Here’s the catch: Die Jungs haben sich zeitgleich mit der Veröffentlichung der Platte aufgelöst! Life’s bittersweet. Bestellen kann man die Scheibe zwar noch, aber ich weiß nicht wie viele Kopien es noch gibt, oder ob weitere geplant sind, also besser beeilen. Instruktionen zum Bestellvorgang finden sich auf der erwähnten MySpace-Seite.

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E-Mail Abonnement

November 28, 2009 · Kommentar schreiben

Kleiner Hinweis für alle, die’s noch nicht entdeckt haben: In der Sidebar rechts von den Blogeinträgen gibts jetzt nen kleinen Kasten „E-Mail Abonnement“ (man muss ein bisschen runterscrollen). Wer da seine E-Mail Adresse einträgt und auf „Sign me up!“ klickt, bekommt neue Beiträge automatisch per E-Mail zugeschickt. Praktisch für alle, die keinen Feed-Reader benutzen, aber trotzdem nicht alle Tage auf die Seite surfen wollen.

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Songsterr

November 27, 2009 · 3 Kommentare

Hier ein kurzer Hinweis für alle musizierenden Leser da draußen. Unter http://www.songsterr.com (ja, der Name ist ziemlich bescheuert) gibts das gute alte Guitar Pro quasi online als Flash-App. Die Datenbank an verfügbaren Songs ist schon ziemlich groß und es gibt auch die meisten Funktionen von GuitarPro. So sieht das Ganze aus:

Hier ist der Haken: Das Ganze ist nur in der Grundversion kostenlos, mit allen Features kostets 10 Dollar im Monat. Hier der Vergleich:

Ja, genau, keine Druckfunktion in der freien Version. Und wer zahlt schon 10 Scheine im Monat wenn er GuitarPro 5 mit 10 Millionen Funktionen mehr bereits für 60 Euro bekommt (oder es über andere, dunkle Quellen bezieht)?

Trotzdem, es ist nett, wenn man nen Song eigentlich ganz gut kann, aber die eine oder andere Stelle einfach nicht raushören kann oder man nen Rhythmus zu den runtergeladenen Tabs/Chords in Notenschrift benutzen möchte.

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Classes in Retrospect II: Intelligence & National Security

November 27, 2009 · 1 Kommentar

Fazit
Mein “James Bond”-Kurs… :) Ok ok, bevor ich hier wütende Kommentare bekomme, Bond is natürlich vom MI6, also besser mein „Felix Leiter“-Kurs. Aber im Ernst, wusste auch hier nicht was ich von nem Kurs über Nachrichtendienste zu erwarten hatte. In vieler Hinsicht sehr interessanter Kurs, sehr ansprechende Pflichtlektüre (s.u.) und natürlich unsere großartige Dozentin, die mit 20 Jahren CIA Erfahrung so manche Geschichte erzählen hatte… :)

Mitgenommen hab ich hauptsächlich wie unsäglich komplex der Nachrichtendienstprozess mit ca. 15 (je nachdem wie man zählt) Nachrichtendienstinstitutionen in den USA ist und wie viel internen Widerspruch es zwischen den einzelnen Agencies und innerhalb der Agencies gibt. Ich hab auch ein gutes Gefühl dafür bekommen wie solch kolossalen Intelligence-Fehlschläge wie 9/11 oder Irak 2003 passieren konnten. Insgesamt konnte die Dozentin einen ziemlich glaubhaften Eindruck von der alltäglichen Arbeit von Nachrichtendienstoffizieren vermitteln und auch deren alltäglichen Probleme verständlich machen. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich wie viel Macht in einem solchen Geheimdienstapparat versammelt ist, vor allem wenn man nicht nur Informationsgewinnung sondern auch die Fähigkeit zu verdeckten Operationen berücksichtigt.

Eine weiterer Nebeneffekt des Kurses war, dass er mich (noch mehr) desillusioniert hat, was irgendwelche Verschwörungstheorien angeht, in deren Zentrum eine wie auch immer „allmächtige“ Central Intelligence Agency steht. Nicht, dass ich vorher glühender Anhänger solcher Theorien war, weit davon entfernt. Aber in so einer riesigen Bürokratie irgendwelche Bad-Ass Kill ´em all Geheimnisse verborgen zu halten, ist praktisch unmöglich. Versteht mich nicht falsch, das heißt nicht Friede, Freude, Eierkuchen – im Gegenteil, denn die Covert-Ops Fähigkeiten sind ja durchaus vorhanden und wurden und werden ja auch eingesetzt. Aber alles was politisch brisant ist und irgendjemand irgendwie politisch nutzen kann (sogar wenn nicht…) kommt früher oder später ans Tageslicht (siehe CIA-Geheimgefängnisse, Folter, etc.).

Aufschlussreich war auch zu beobachten, wie sich der Blickwinkel ändert, wenn das eigene Land über ein solch mächtigen Geheimdienstapparat verfügt. Der Satz „Intelligence business is sometimes just dirty business” fiel durchaus das ein oder andere Mal (allerdings nicht von unserer Dozentin!) und allein die Tatsache, dass solche Dinge wie gezielte Tötungen und verdeckte Operationen diskutiert wurden, zeigt wie sehr sich die Wahrnehmung ändert, einfach weil die Kapazitäten zu solchen Aktionen vorhanden sind. Entsprechende Diskussionen würden so wahrscheinlich in keinem deutschen Seminarraum stattfinden (abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass es dt. Kurse zu Nachrichtendiensten gibt).

Ein letzter Kritikpunkt: Der Kurs wurde hauptsächlich als Vorlesung gehalten obwohl wir nur ca. 20 Studenten waren. Das war tw. etwas ermüdend v.a. da der Kurs von 6-9 abends ging. Natürlich waren die eingestreuten Anekdoten unserer Dozentin ganz lustig, aber das rettet 3h passives Zuhören auch nicht mehr. Andererseits gab’s dann und wann auch die ein oder andere Übung, die dann wieder ganz interessant war, weil sie praxisnah konzipiert war.

Fazit: Bin nicht zum Geheimagenten mutiert und viele Fragezeichen (v.a. ethische) bleiben, hab aber ein gutes Verständnis für Arbeitsabläufe und –bedingungen der US Intelligence Community bekommen. Und das ist ja mal was.

Term Paper

Gab’s nicht, die Note setzte sich aus mehreren Short-Papers zusammen, die im Laufe des Quarters angefertigt wurden. Themen waren u.a.: „Designing an intelligence collection program on Iran“, „The modern role of covert action“ etc. Ziemlich zwiespältige Themen und es spricht für die Dozentin, dass sie auch kritischere Paper gut bewertet hat. Final Take Home waren Essayfragen zu Ausbildung & Training von Analysten und Ethik der Nachrichtendienste (bei letzterer Frage hab ich’s ziemlich ausgereizt… :) )

Lektüre

Wir hatten einen Haufen Pflichtlektüre, von daher nur ein Hinweis auf ein Buch unter vielen, dass ich sehr interessant fand und auch für nicht-promovierte Politikwissenschaftler ;) durchaus lesbar und empfehlenswert ist: Steve Coll: Ghost Wars (Penguin Books, 2004), Pulitzer-Preisträger 2005. Das Buch gibts momentan nur in Englisch, aber wer halbwegs durch ne englische Southpark-Folge kommt, sollte keine Problem haben. Hier die Inhaltsbeschreibung von Amazon (ja, ich bin faul), die es meiner Meinung nach ganz gut trifft:

Steve Coll’s Ghost Wars: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001 offers revealing details of the CIA’s involvement in the evolution of the Taliban and Al Qaeda in the years before the September 11 attacks. From the beginning, Coll shows how the CIA’s on-again, off-again engagement with Afghanistan after the end of the Soviet war left officials at Langley with inadequate resources and intelligence to appreciate the emerging power of the Taliban. He also demonstrates how Afghanistan became a deadly playing field for international politics where Soviet, Pakistani, and U.S. agents armed and trained a succession of warring factions. At the same time, the book, though opinionated, is not solely a critique of the agency. Coll balances accounts of CIA failures with the success stories, like the capture of Mir Amal Kasi. Coll, managing editor for the Washington Post, covered Afghanistan from 1989 to 1992. He demonstrates unprecedented access to records of White House meetings and to formerly classified material, and his command of Saudi, Pakistani, and Afghani politics is impressive. He also provides a seeming insider’s perspective on personalities like George Tenet, William Casey, and anti-terrorism czar, Richard Clarke („who seemed to wield enormous power precisely because hardly anyone knew who he was or what exactly he did for a living“). Coll manages to weave his research into a narrative that sometimes has the feel of a Tom Clancy novel yet never crosses into excess. While comprehensive, Coll’s book may be hard going for those looking for a direct account of the events leading to the 9-11 attacks. The CIA’s 1998 engagement with bin Laden as a target for capture begins a full two-thirds of the way into Ghost Wars, only after a lengthy march through developments during the Carter, Reagan, and early Clinton Presidencies. But this is not a critique of Coll’s efforts; just a warning that some stamina is required to keep up. Ghost Wars is a complex study of intelligence operations and an invaluable resource for those seeking a nuanced understanding of how a small band of extremists rose to inflict incalculable damage on American soil

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Dropbox & Daten-Backup

November 26, 2009 · Kommentar schreiben

Kleiner Technik-Tipp am Rande: Ich hab mir ne improvisierte Backup-Lösung gebastelt, mit der Horrorszenarien á la „Mein Hund hat meine externe Festplatte verschluckt“ der Vergangenheit angehören sollten. Für alle die diese Angst nachvollziehen können, hier ne Anleitung in fünf Schritten:

  1. Dropbox runterladen, installieren und sich registrieren. Dropbox ist ein Internetdienst, der einem einen 2 GB großen Webordner zur Verfügung stellt. Doch der Webordner ist nicht nur im Internet, sondern auch auf der Festplatte verfügbar – ganz wie ein normaler Ordner. Alle Dateien, die ich jetzt in diesem Ordner speichere werden automatisch mit meinem Dropbox-Ordner im Web synchronisiert (wenn ich mit dem Internet verbunden bin). Im Prinzip sowas wie n 2 GB USB-Stick im Netz. Das Gute daran ist, dass ich von überall auf diese Dateien per Webinterface zugreifen kann. Also ein schönes „au revoir“ an dicke-Backup-Dateien-an-sich-selber mailen oder mit-“echtem“-USB-Stick-Dateien-rumtragen.
  2. Dropbox unterstützt leider (noch) nicht das Feature „Ordner überwachen“. Mit „Ordner überwachen“ will ich meinem PC sagen, dass er einen bestimmten Ordner (Uni-Ordner, Hausarbeiten-Ordner, Bilder, Musik) immer darauf prüfen soll, ob eine Veränderung vorgenommen wurde. Wenn das der Fall ist, soll er bitteschön alle veränderten Dateien in meinen Dropbox-Ordner kopieren, Backup halt. Da das Feature noch nicht in Dropbox selbst integriert ist, tricksen wir uns da drum rum.
  3. Auftritt SyncToy, ein kleines Microsoft-Progrämmchen, das genau den oben beschrieben Vorgang ausführt. Runterladen, installieren, fertig. Dann, einfach einen linken (Arbeits-Ordner) und einen rechten (Backup-Ordner) angeben (keinerlei politische Verbindung hier, ausnahmsweise nicht), einmal „Run Sync“ drücken und es ist schonmal ne gute Grundlage geschaffen. Aber jetzt haben wir nur ein statisches Abbild des Arbeits-Ordner auf Dropbox angelegt. Es soll aber dauerhaft funktionieren. Was jetzt?
  4. Dafür gibts unter Windows nach einem Klick auf „Start/Programme/Zubehör/Systemprogramme/Geplante Tasks“ einen Taskplaner. Den doppelklickt man und sucht nach dem Programm SyncToyCmd.exe, das normalerweise in Programme/SyncToy 2.1 liegt. Und dann kommt man in ein Auswahlmenü, in dem man angeben kann, in welchem Rhythmus man das Programm ausführen will. This is where the magic happens. Hier kann man so ziemlich jeden wirren Zeitrhythmus angeben, den man sich vorstellen kann (bis auf „beim Runterfahren“, was ziemlich praktisch wäre, grrr). Ich habe es auf einen wöchtenlichen Rhythmus eingestellt, da ich momentan nicht so viel schreibe. In einer heißen Hausarbeitsphase, kann man das aber auch stündlich oder halbstündlich einstellen. Yay!
  5. Ein letztes noch: Hat man den geplanten Task erstellt, muss im „Geplante Task“-Menü noch einen Rechtsklick auf SyncToyCmd machen, dann auf Eigenschaften und dann in der Zeile „Ausführen“ am Ende ein „-R“ (ohne Anführungszeichen) eingeben.

Eigentlich ganz einfach oder? ;)

(Anmerkung: Jupp, ich kann auch einfach meinen ganzen Uni-Ordner/Arbeits-Ordner in den Dropbox-Ordner verschieben, dann bräuchte ich das ganze Sync-Gedöns nicht. Aaaaber: erstens hab ich nur 2 GB in der freien Version von Dropbox, mehr Gigs kosten Geld. Und zweitens bin ich noch nicht so ganz sicher ob ich dem Ding 101%ig vertraue… Daher die doppelte Variante mit Sync)

 

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Neuer Anstrich

November 25, 2009 · 2 Kommentare

Was man nicht so alle macht, wenn man plötzlich Zeit hat… :) Wie ihr seht, hab ich mich für nen neuen Anstrich meines Weblogs entschieden. Mich hat am alten Theme hauptsächlich gestört, dass die Links in der Sidebar rechts so zusammenklatscht und ununterscheidbar waren. Hoffe das ist jetzt besser. Und hoffe natürlich, dass ihr das auch so seht. Falls nicht, packt die wütenden Beschimpfungen in die Kommentare und wenn genug zusammenkommen wechsel ich vielleicht wieder zurück. Vielleicht auch nicht. :)

Facts: Neues Theme ist Cutline, das neue Header-Bild ist von flickr (User: slack12) und ist nur ein Ausschnitt eines 10x mal besseren Bildes eines awesome Sonnenuntergangs hinter den Rockies. Ja, genau, so siehts hier immer aus.

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Twitter & Co.

November 25, 2009 · Kommentar schreiben

Ich hab jetzt mal den Sprung ins kalte Wasser gewagt und mir nen Twitter-Account zugelegt. Man muss ja schließlich mit der Zeit gehen…  Nein, im Ernst, Hintergrund ist, dass ich viel im Netz unterwegs bin und über jede Menge interessante Links, News, usw. stolpere, von denen manche auch für andere interessant sein könnten.

Ich bin daher auch von Thunderbird als Feed-Reader auf den Google-Reader umgestiegen, in den ich interessante Linkempfehlungen (Link dazu gibts hier) direkt über nen Firefox-Button speichern kann. Selbiges gilt auch für Twitter. Jetzt macht es wenig Sinn, ein Link auf zwei Diensten (Twitter & Google) abzuspeichern und dann beide per Stream hier zu veröffentlichen (siehe Seitenleiste: „Twitter“ + „Linkempfehlungen“). Aber da ich noch am rumspielen bin, lass ich mal beides hier auf dem Blog zusammenlaufen, um zu schauen was besser in den Tagesablauf bzw. Arbeitsablauf reinpasst. Und dann wird einer der beiden Feeds aus der Seitenleiste rausfliegen.

UPDATE: Wie ihr sicherlich festgestellt habt, ist der Google-Reader rausgeflogen. Ist zu umständlich, ich kann die Links nicht wirklich kommentieren (also, ich kann schon, aber das erscheint nicht im Feed) von daher: adé!

Und angesichts der schönen neuen Social Networking-Welt gibts hier zur Ernüchterung noch nen netten Artikel aus der Le Monde Diplomatique über Überwachung, Datenschutz und freiwillige Datenfreigabe :

We’ve all spent so much time and effort being worried about formal surveillance – all those street and lobby cameras – that we’re in danger of forgetting how much we cooperate in surveilling and being surveilled online

[...]

On the internet, surveillance is commerce. The number of Facebook users has soared, followed by MySpace and Twitter, much to the joy of marketers. Online industries look for new trends, and respond by incorporating social networking features, such as personal profiles, into sites such as YouTube. Perhaps the current social networking hype reveals a latent desire for a brother-to-brother fraternal gaze, or innocent “friendly encounters of the voyeuristic kind”. We could see it as “complicit surveillance” [...] mundanely committed by the individual, but sinisterly co-opted.

With about 300 million Facebook users, a speculative value of $15bn and advertisers eavesdropping on every move of members, Facebook deserves special attention for surveillance in the net-watched society. People use it for serious political campaigning and to post what they ate for dinner. Many may object to Facebook’s right to exploit user content for commercial purposes, but they go on using it for personal or practical reasons. A generation welcomed into the world by fathers holding digital video recorders might not question so much whether others should have access to personal details, only who they are and how many of them. Personal data outlives a Facebook persona. According to the updated terms of use, you acknowledge that “even after removal, copies of User Content may remain viewable in cached and archived pages or if other Users have copied or stored your User Content”.

 

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Classes in retrospect I: U.S. Foreign Policy

November 23, 2009 · Kommentar schreiben

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Vorneweg: Im Folgenden gibts Berichte über meine drei Kurse, die ich dieses Quarter belegt habe. Die Berichte können etwas länger werden und haben etwas mehr Tagebuchartiges, da ich sie hiermit auch für mich selbst nochmal zusammenfasse. Es kann daher sein, dass manches nicht ganz klar ist, oder nur stichwortartig angesprochen wird, da ich tw. direkt von meinen englischen Notizen übersetze und ich evtl. zu faul elegante dt. grammatische Konstruktionen zu finden (oder erst gar nicht übersetze *g*). Wer in solchen Fällen nur Bahnhof versteht, aber gerne mehr wissen würde, bitte melden!
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Fazit

Sehr interessanter, zum Nachdenken anregender Kurs (Seminarplan gibt’s hier). War erst ein bisschen skeptisch, da mir irgendwie die beiden Lehrbücher (s.u.) spanisch vorkamen und ich keinen richtigen Schimmer hatte, in welche Richtung der Kurs gehen sollte. Mehr theoretisch, klassische AP-Analyse? Mehr policy-orientiert und an aktuellen Fragestellungen ausgerichtet? Ich hatte keine Ahnung. Ich wurde allerdings sowohl von den Büchern als auch dem Kurs insgesamt sehr angenehm überrascht. Inhaltlich konzentrierten wir uns auf die kulturellen und geschichtlichen Einflüsse auf die Außenpolitik der USA sowie auf Analyse tagesaktueller Ereignisse bzw. Außenpolitikdebatten.

Der Kurs profitierte von seiner bunten Zusammensetzung: zwei (Ex-)Armeeangehörige (u.a. der Dozent), eine Lehrerin, ein Polizist, eine Nigerianerin, ein Deutscher (ich, klar, gibt hier nicht so viele Deutsche, was auch ganz gut so ist) und natürlich ganz viel Amis von überall her und alle mit ganz unterschiedlichen Meinungen. :) Da gab’s reichlich Gesprächsstoff und manchmal war’s einfach nur interessant sich zurückzulehnen und der Diskussion zu folgen, manchmal war aber auch Mitdiskutieren angesagt, klar.

Gerade die inhaltliche Auseinandersetzung mit den kulturellen Grundlagen der amerikanischen Außenpolitik war sehr aufschlussreich und interessanterweise spiegelte sich diese mehr theoretisch/historische Debatte aus den Lehrbüchern auch in den Positionen der einzelnen Seminarteilnehmern wieder.

Term Paper

Mein Term Paper war zum Thema „U.S. Außenpolitik & Responsibility to Protect“:

Responsibility to Protect (R2P) is a recently developed concept in international relations which relates to a state’s responsibilities towards its population and to the international community’s responsibility in case a state fails to fulfill its responsibilities.
(Quelle: Wikipedia)

(Randnotiz: Sowohl der deutsche als auch der englische (obwohl der weniger) Wikipedia-Eintrag zum Thema sind allerdings ziemlich haarsträubend – irgendjemand sollte da mal drüber gehen. In einem anderen Leben mit mehr Zeit, kann ich das gerne machen). Superinteressantes Thema (Master-Arbeit ick hör dir trapsen? hm, vielleicht auch nicht…) und auch einfacher zu bearbeiten als mein ursprünglich geplantes Thema „U.S. Foreign Policy and UN Security Council Reform“ <= hätte nicht gedacht dass das so kompliziert ist, gibt ungefähr 20 Millionen Reformvorschläge die alle ungefähr genauso oft geändert wurden und alle irgendwo haken, da hab ich schon beim Überblick verschaffen den Überblick verloren.

Lektüre

Ok, zurück zum Thema, dem Kurs. Das Wichtigste wurde eigentlich schon gesagt, allerdings will ich an dieser Stelle noch auf eines der Pflichtbücher aus dem Kurs hinweisen: Walter Russell Meads „Special Providence: American foreign policy and how it changed the world“ (2002, Routledge, Google Book Link hier).

Mead entwickelt vier „Schulen“ amerikanischer Außenpolitik, mit deren Kombination er die US-Außenpolitik zu erklären versucht: Wilsonianism, Hamiltonianism, Jacksonianism, Jeffersonianism (die Schulen gehen auf die jeweiligen US-Präsidenten/Politiker zurück, die die Kernpunkte des jeweiligen Ansatzes verkörpern, aber nicht unbedingt gegründet haben). Jeder versierte IB-Theoretiker würde sofort versuchen, diese Schulen „klassischen“ Theorieschulen (Idealismus, Liberalismus, Populismus/Realismus, Libertarismus/Realismus) zuzuordnen, was auch mit Einschränkungen möglich wäre. Allerdings wird man damit dem geschichtlichen und kulturellen Hintergrund, auf den Mead jede seiner Schulen gründet, sowie den vielen Überschneidungen und Grauzonen keineswegs gerecht. Insgesamt entsteht durch die tiefe (manchmal durchaus zu tiefe) Verwurzelung dieser Schulen in der amerikanischen Geschichte eine spezifisch auf die USA zugeschnittene Außenpolitik“theorie“ (er selbst weist den Begriff der Theorie explizit zurück, daher die Anführungszeichen), die tatsächlich viele Entwicklungen – auch viele widersprüchliche Entwicklungen – der US-Außenpolitik und ihrer Geschichte transparenter werden lässt.

Ich will kurz die verschiedenen Schulen und ihre Kernaussagen in Stichworten zusammenfassen, wobei ich leider nicht auf die ausführlichen historischen Hintergründe eingehen kann. Wer die will muss das Buch schon selber lesen. Wie gesagt, es ist lesenswert

Wilsonianism

  • Grob (s.o.) der idealistischen Denkschule zuzuordnen
  • Förderung von Demokratie und Menschenrechten kennzeichnen Außenpolitik
  • tw. Missionarischer Charakter
  • Ziel: Verhinderung von Krieg, Förderung des Völkerrechts und Internationaler Organisationen
  • generell weltweit: “non-sectarian universalism”

Hamiltonianism:

  • Grob Liberalismus zuzuordnen
  • Anstelle militärischer Macht bestimmt ökonomische Macht das nationale Interesse
  • die IB sind kein Nullsummen-Spiel
  • Welthandel hat positive Auswirkungen auf friedliche Beziehungen zw. Staaten („commerce as a cause of peace”)
  • Freihandelorientiert (freedom of the seas, freedom of the skies, open foreign markets)

Jeffersonianism

  • Grob Libertarismus zuzuordnen
  • Verfassungsorientiert
  • nicht unbedingt weltwärts gewandt, nur bei konkreten Sicherheitsbedrohungen, misstrauisch gegenüber militärischen Interventionen
  • Misstrauisch gegenüber Staat und Anhäufungen von Macht
  • Anstatt Demokratieexport sollte sich die USA darauf konzentrieren die eigenen Demokratie zu verbessern und als Beispiel für andere fungieren
  • Souveränitätsorientiert und tw. isolationistisch (Bsp: Ablehnung des Völkerbund-Vertrags durch den Senat 1919)

Jacksonianism

  • Grob Populismus/Realismus zuzuordnen
  • „commitment to preserving U.S. interests and honor in the world“
  • wurzelt in der amerikanischen Mittelklasse
  • pessimistisches Weltbild

Wie gesagt, diese kurzen Stichpunkte vermögen nicht unbedingt die Tiefe des Buches zu erfassen und sind eher für mich als Gedankenstütze gedacht. Bei Interesse/Unklarheiten gerne nachfragen. Ansonsten das Buch lesen. Hier die Zusammenfassung von Amazon:

America is perceived as not having a foreign policy tradition, contends Mead (Mortal Splendor: The American Empire in Transition), a senior fellow at the Council on Foreign Relations. In fact, Mead contends, there are actually four contrasting schools of foreign policy: a „Hamiltonian“ concern with U.S. economic well-being at home and abroad; a „Wilsonian“ impulse to promulgate U.S. values throughout the world; a „Jeffersonian“ focus on protecting American democracy in a perilous world; and a bellicose, populist „Jacksonian“ commitment to preserving U.S. interests and honor in the world. As Mead’s detailed historical analysis of the origin and development of these schools shows, each has its strengths and faults if Wilsonians are too idealistic, Jacksonians are too suspicious of the world but each keeps the other in check, assuring no single school will dominate and that a basic consensus among them will be achieved, as was the case during the Cold War. As the Cold War ended, however, and the world became more complex, consensus ended. Hamiltonians and Wilsonians saw the opportunity to mold the economy and morality of the world in the U.S. image, but Jeffersonian doubt about foreign action in places like Bosnia, and Jacksonian popular suspicions of organizations like the WTO soon challenged such grandiose plans. Mead worries that U.S. foreign policy is too unfocused today and suggests we could learn much from the interactions in the past of the four schools, a complex history he ably unfolds.

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